Zusammenfassung meiner Diskussion
des Aufsatzes von A. Verlinde (2015)
Im Folgenden gebe ich in runden Klammern die Seiten an, wo Verlinde (2015) zum erwähnten Thema Stellung nimmt; diese Textpassagen habe ich oben wörtlich zitiert.
Da Verlindes Schlussfolgerungen jedoch in vielen Fällen auf Unkenntnis entsprechender Forschungsergebnisse, und folglich auf einer Reihe von falschen Prämissen beruhen, bin ich hier seinen Hypothesen in den meisten Fällen nicht gefolgt.
So hat Verlinde nicht das Problem erkannt, dass die antiken Ruinen im Dorf Ballıhisar/ Pessinus über einen langen Zeitraum als Steinbruch ausgebeutet worden sind, wie Eckart Olshausen ("Pessinus", 1979, Sp. 666) schreibt - und womöglich heute noch ausgebeutet werden?; vergleiche dazu Karl Strobel (2024, p. 499), den ich im Folgenden wörtlich zitieren werde.
Folglich hat Verlinde bei seinen Kommentaren grundsätzlich nicht berücksichtigt, dass alle Ergebnisse von Ausgrabungen und Surveys, die ihn interessieren, zunächst einmal daraufhin überprüft werden müssten, ob die untersuchten Flächen womöglich wegen derartiger Steinbruchaktivitäten schon teilweise ausgeraubt worden waren, ehe diese Ausgrabungen oder Surveys durchgeführt werden konnten.
Ich halte es deshalb für ein wichtiges Desiderat der weiteren Forschungen über Pessinus, eine grossmassstäbige Karte des antiken Stadtgebietes mit allen ausgegrabenen, beziehungsweise überirdisch noch sichtbaren (und ehemals sichtbaren), antiken Mauern und Architekturen anzufertigen, auf der die auf Grund von Steinbrucharbeiten zerstörten/ beeinträchtigten Flächen lückenlos und genauestens eingetragen sind.
Verlinde ist ebenfalls unbekannt, dass Pessinus, wie wir ausserdem von Olshausen ("Pessinus", 1979, Sp. 667) erfahren, bereits in vor-hellenistischer Zeit sehr reich gewesen ist: "P.[essinus] entwickelte sich sehr früh zu einem mächtigen Priesterstaat auf der finanziellen Basis eines blühenden Handels (vgl. [vergleiche] Textilien aus P.[essinus] [4]), dessen Umfang bes.[onders] bei der alljährlichen Frühjahrsmesse sichtbar war, die in Verbindung mit dem Hauptjahresfest der Göttin abgehalten wurde".
Wie ich oben aus dem Beitrag von Franz Xaver Schütz "Mit Kybele von Pessinus nach Rom - eine topographische Übersichtskarte" (2026) wörtlich zitiert habe, hat Franz Eckart Olshausens Urteil bezüglich der auf Grund ihres Textilhandels sehr früh reich gewordenen Stadt Pessinus bestätigen können, indem er festgestellt hat, dass diese Region Anatoliens bereits seit dem 4. Jahrtausend v. Chr. für ihre Wollproduktion bekannt war.
In Unkenntnis dieser Tatsache traut Verlinde (p. 67) der Stadt Pessinus schon deshalb nicht den Bau eines Tempels in archaischer Zeit zu, weil er sie, vor dem 2. Jh. v. Chr., (irrtümlich) wie folgt beurteilt: "Given the very modest, non-monumental character of pre-second century BC Pessinus".
Verlinde (p. 36) hat allerdings das grosse Verdienst, die gesamte chora von Pessinus von circa 1000 km2 daraufhin untersucht zu haben, ob sich darin archäologische Reste befinden, die man mit dem "renowned Early Phrygian sanctuary of Kybele [in Pessinus]" (p. 67) identifizieren könnte - mit negativem Ergebnis. Verlinde hat, meiner Meinung nach, aber nicht die richtigen Schlüsse aus dieser sehr wichtigen Erkenntnis gezogen, wie ich im Folgenden erklären werde. Die vor-hellenistischen Kultstätten der Kybele in Anatolien hätten sich laut Verlinde (pp. 30, 36, 67, 70, 71) immer fernab von Siedlungen befunden, was deshalb auch im Fall ihres (seiner irrtümlichen Meinung nach) phrygischen Heiligtums (so pp. 30, 35, 39, 40, 44, mit Anm. 51, pp. 67, 70) in Pessinus der Fall gewesen sein müsse.
Wegen seiner soeben skizzierten, aber lückenhaften Perspektive kommt Verlinde (pp. 30, 35, 36, 49, 70, 72) konsequenterweise zu dem Ergebnis, dass es in Pessinus unmöglich ein archaisches Heiligtum der Kybele gegeben haben kann, weshalb er den entsprechenden antiken Schriftquellen, die das behaupten, abspricht, die Wahrheit mitzuteilen. Auch von dem Tempel, den (Verlindes Meinung nach wahrscheinlich) König Attalos I. von Pergamon erbaut habe, und der nach Ansicht Verlindes der erste Tempel der Kybele in Pessinus gewesen sei, behauptet er (pp. 36-40, 55-56, 67-72), dass sich dieser Tempel unmöglich im Stadtgebiet von Pessinus befunden haben könne.
Verlinde (p. 35) glaubt (irrtümlich), dass Theopomp, ein Historiker des 4. Jhs. v. Chr., die früheste Schriftquelle sei, die von einem Heiligtum mit einem Tempel der Kybele in Pessinus berichtet.
Verlinde (2015) hat bei seiner Erörterung aber nicht berücksichtigt, dass bereits die Sibyllinischen Bücher (die, wie wir oben gesehen haben, spätestens im 6. Jh. v. Chr. entstanden sind) ein Heiligtum der Kybele in Pessinus erwähnen (vergleiche Livius 29.10,4-6: 205 v. Chr.).
Wenn man dagegen diese Tatsache, dass es spätestens im 6. Jh. v. Chr. ein Heiligtum der Kybele in Pessinus gegeben haben muss., bei der Entwicklung eines entsprechenden historischen Szenarios mit einbezieht, und gleichzeitig Verlindes (p. 36) bedeutende Erkenntnis bedenkt, dass sich in der gesamten chora von Pessinus von circa 1000 km2 Grösse keinerlei archäologische Reste befinden, die man mit dem "renowned Early Phrygian sanctuary of Kybele [in Pessinus]" (so Verlinde, p. 67) identifizieren könnte - dann kommt man zwangsläufig auf einen, meiner Meinung nach sehr naheliegenden, Gedanken: Nämlich, dass sich das von Verlinde gesuchte archaische Heiligtum eben nicht in der chora von Pessinus, sondern statt dessen im aktuellen Stadtgebiet von Pessinus befunden haben muss.
Eine Annahme, die ich hier selbst vortrage, und die ihrerseits impliziert, dass der Kult der Kybele in dieser Gegend schon etabliert gewesen sein muss, bevor die Phryger (aus Griechenland) nach Anatolien einwanderten, was erst seit `um 1200 v. Chr.´ geschehen ist.
Denn nur eine derartige Annahme kann ja erklären, dass der Kult der Göttin Kybele im späteren Pessinus, wie typisch für diese Göttin, selbstverständlich zunächst im Zusammenhang eines Heiligtums `in der freien Natur´ entstanden war; und ferner, dass dieses bereits existierende Heiligtum Anlass dazu gegeben hatte, eine archaische, vor-phrygische Siedlung im Gebiet der späteren (phrygischen) Stadt Pessinus, in unmittelbaren Nähe dieses Heiligtums anzulegen, wie Eckart Olshausen ("Pessinus", 1979, Sp. 666) schreibt. Auch Sarolta A. Tacács (2003, Sp. 1035) ist ja der Ansicht, wie wir oben gesehen haben, dass die Göttin Kybele `vor 1200 v. Chr.´ nach Pessinus gekommen sei.
Merkwürdigerweise geht Verlinde (p. 30) gar nicht darauf ein, dass die Sibyllinischen Bücher, die er natürlich auch selbst zitiert (p. 37, mit Anm. 20), die Göttin Kybele in Pessinus als mater Idaea bezeichnen (siehe Livius 29.10,4-6). Da das der Name der Göttin Kybele auf dem Berg Ida bei Troia war, erlaubt diese Tatsache meiner Meinung nach den Schluss, wie oben im Detail erläutert, dass der Kult der in Pessinus verehrten Kybele tatsächlich älter war als Verlinde selbst annimmt, der es ja (meiner Meinung nach irrtümlich) für selbstverständlich hält, dass es sich bei der in Pessinus verehrten Göttin statt dessen um die phrygische Kybele gehandelt habe; vergleiche Verlinde (pp. 30, 35, 39, 40, 44, mit Anm. 51, pp. 67, 70).
Des Weiteren erklärt der Name mater Idaea der Kybele in Pessinus, dass Augustus und Tiberius ein ganz persönliches Interesse an dieser Göttin gehabt haben können, nicht wie Verlinde (p. 40) schreibt: "There is no compelling reason to assume that a new sanctuary to Kybele was built [in Pessinus] in the Augustan or Tiberian period".
Die Göttin Kybele des Heiligtums auf dem Berg Ida hatte ja nach dem Brand Troias den Ahnherrn des Augustus, Aeneas, nicht nur aufgenommen, und sich somit als seine Schutzpatronin erwiesen, sie hatte es dem Aeneas auch ermöglicht, aus den ihr heiligen Kiefern des Berges Ida eine Flotte zu erbauen.
Die Göttin Kybele vom Berg Ida hatte somit dafür gesorgt, dass Rom gegründet werden konnte, und die Römer haben sie folglich als ihrer aller Schutzpatronin angesehen.
Ich schlage hier deshalb vor, dass Augustus, im Unterschied zu Verlindes gegenteiliger Behauptung (p. 40), der Göttin Kybele in Pessinus, die gleichfalls Mater Idaea hiess, durchaus `ein neues Heiligtum in Pessinus errichtet haben kann´.
Verlinde (pp. 61-63, 72) diskutiert die bereits früher geäusserte Hypothese, dass die Göttin Kybele, zusammen mit Augustus, im Theatertempelkomplex, dem Sebasteion in Pessinus, verehrt worden sein könnte. Verlinde selbst lehnt diese Hypothese ab, während ich sie hier ebenfalls vorschlage. Wobei ich mir, wie eben schon angedeutet, vorstellen kann, dass die Göttin Kybele, zusammen mit Augustus, im Theatertempelkomplex, dem Sebasteion von Pessinus, verehrt worden ist.
Und zwar aus einer Reihe von Gründen, die ich oben erklärt habe, und die ich hier zum Abschluss noch einmal wiederholen möchte:
a) zur Datierung der phrygischen Siedlung auf der Anhöhe über dem Fluss Gallos, wo später der spätaugusteische Theaterkomplex, das Sebasteion, erbaut werden sollte:
``Wie oben schon erwähnt, hatten die belgischen Ausgräber John Devreker, Hugo Thoen und Frank Vermeulen (1995, pp. 125-144, bes.[onders] pp. 131-134, mit Anm. 25, 26 und plate 3 (zu Funden aus dieser Siedlung, die sie ins 6.-4. Jh. v. Chr. datieren); p. 135 (zur Lage des Kybeletempels), die von Verlinde (2015, Section: "5. Pessinus in Phrygian and Hellenistic times", p. 63) diskutierten Funde einer phrygischen Siedlung, im Unterschied zu ihm, bereits ins 6.-4. Jh. v. Chr. datiert.
Ich bin deshalb in (Häuber 1998, S. 685, mit Anm. 54) der Hypothese dieser Ausgräber gefolgt, dass sich folglich hier, auf der Anhöhe über dem rechten (östlichen) Ufer des Flusses Gallos, am Standort des späteren spätaugusteischen Theatertempelkomplexes, des Sebasteions, die archaische Siedlung von Pessinus mit dem Kybeletempel befunden hatte [Hervorhebung von mir]´´;
b) Die weiteren Gründe für meine Hypothese, dass hier, auf der Anhöhe über dem Fluss Gallos, die Göttin Kybele von Pessinus verehrt worden ist:
``Wie oben gesagt, folge ich hier dem von Franz Xaver Schütz gemachten Vorschlag, dass sich das Heiligtum der `mater Idaea´ in Pessinus (wie die Sibyllinischen Bücher die Göttin nannten; vergleiche Livius 29.10, 4-6), auf der Anhöhe `hoch über dem Fluss Gallos´ befunden hatte - wovon die Lage des Tempels der Mater Magna in Rom `hoch über dem Tiber´, so der Vorschlag von Franz, eine Kopie darstellt.
Dazu passt im Übrigen auch sehr gut, was Angelo Verlinde (2015, p. 30) selbst über die Göttin Kybele schreibt: Sie war: "the main Phrygian deity, worshipped as the giver of all life on inhospitable mountains [Hervorhebungen von mir]".
Im Fall des von mir hier soeben entwickelten Szenarios, hätte Augustus eben nicht, wie Verlinde (2015, p. 56) glaubt: "Therefore, the building of the temple [womit er den augusteischen Theatertempelkomplex, das Sebasteion in Pessinus meint] may not only have been a product of Roman-style tabula rasa urbanism, but also a clear – perhaps symbolical – breach with the past of the site. The promontory, which was once the locus of political power, morphed abruptly into a sacred area [Hervorhebung von mir]".
Meiner Meinung nach könnte das genaue Gegenteil von dem, was Verlinde (2015, p. 56) glaubt, wahr gewesen sein: Augustus hat möglicherweise dieses "promontory, which was once the locus of political power [der Dynasten von Pessinus]", keineswegs `abrupt in ein Heiligtum [den Theatertempelkomplex, das Sebasteion] verwandelt´, wie Verlinde schreibt, sondern statt dessen die an diesem Ort vielleicht bereits seit vor-phrygischer Zeit ununterbrochen gepflegte Tradition eines Heiligtums der Kybele fortgesetzt.
Wobei ich, wie oben schon gesagt, annehme, dass sich der archaische Tempel der Kybele in Pessinus auf Verlindes "promontory" befunden hat, das heisst, auf der Anhöhe auf dem Ostufer des Gallos in Pessinus, inmitten der archaischen Siedlung, und zwar am Standort der späteren, hellenistischen `Burg´ der Dynasten von Pessinus, wie Verlinde (2015, p. 56) schreibt, das heisst: Der Residenz des Hohepriesters der Kybele, des Herrschers über den Tempelstaat Pessinus (so Karl Strobel 2024, p. 498); wobei wir von Jan N. Bremmer wissen, dass: "In Pessinous, the most important priest was called Attis [mit Anm. 112; Hervorhebung von mir]", genauso wie der Geliebte und Kultpartner der Göttin Kybele. Meiner Meinung nach hat selbstverständlich auch dieser Hohepriester der Kybele namens Attis, der Herrscher über den Tempelstaat Pessinus, in dieser seiner offiziellen Residenz einen Kult der Göttin Kybele eingerichtet; und schließlich des spätaugusteischen Theatertempelkomplexes, des Sebasteions, wo ich mir vorstelle, dass auch hier die Göttin Kybele zusammen mit Augustus verehrt worden ist´´.
Schliesslich teilt Verlinde (pp. 49-52) mit, dass dieser Theatertempelkomplex, das Sebasteion, der früher tiberisch datiert wurde, neuerdings spätaugusteisch datiert werden müsse; es bestehe aber die Möglichkeit, dass diese Architektur erst in den ersten fünf Regierungsjahren von Kaiser Tiberius eingeweiht worden sei. Und Karl Strobel (2024, p. 499, den ich unten wörtlich zitieren werde) schreibt, dass der Theatertempelkomplex, das Sebasteion, `um 15 n. Chr. geweiht worden sei´, wobei er sich hierfür auf Verlinde (2015a) beruft.
Ich selbst habe darauf hingewiesen, dass auch Tiberius ein ganz persönliches Interesse an der Mater Idaea/ Kybele in Pessinus gehabt haben kann: Tiberius war ja nicht nur, im Jahre 4 n. Chr., von Augustus als dessen Sohn und Nachfolger adoptiert worden, er war auch ein leiblicher Nachfahre der Claudia Quinta, die mit ihrem `Wunder´ (siehe dazu oben, zu Punkt 7.) in diesem Update), einen bedeutenden Beitrag zum Kulttransfer der Göttin Kybele von Pessinus nach Rom im Jahre 205 oder 204 v. Chr. geleistet hatte.
Nachtrag zu Punkt 10.),
Unterpunkt: Meine Erörterung
des Aufsatzes von A. Verlinde (2015)
Nach Fertigstellung von Punkt 10.) dieses Updates, hat mich Franz Xaver Schütz auf folgende Publikation von Karl Strobel hingewiesen: "Galatia and Pisidia" (2024), wobei ich im Folgenden aus Strobels Text Passagen zu Pessinus zitiere, die meine Diskussion von Verlindes Aufsatz (2015) ergänzen.
Wie oben schon zu Verlinde (2015, p. 56) angekündigt, geht es mir dabei unter anderem um den ehemaligen "locus of political power" (das heisst, die `Burg´ dieser "ruling dynastai of Pessinus"), wie Verlinde es formuliert hat; an deren Stelle später der spätaugusteische Theatertempelkomplex, das Sebasteion, errichtet werden sollte (vergleiche hierzu unsere oben abgebildeten Karten von Pessinus).
Verlinde (2015, p. 62) bezeichnet diese Architektur als: "the fortified residence of the Hellenistic age". Verlinde (2015, p. 64) fügt dem hinzu: "It is likely that this building, which was enlarged during the late second century BC, was the heavily symbolic locus of power of the dynastai ruling the temple state".
Zu meiner Überraschung bezeichnet Verlinde (2015, p. 72) dann am Ende seines Beitrags die `Burg der Dynasten von Pessinus´ (auf dem "promontory", mit dem späteren Theatertempelkomplex und dem Sebasteion) plötzlich als "citadel of the priests [Hervorhebung von mir]": Das heisst: Bei dieser `Burg´ handelte es sich um die Residenz des Hohepriesters der Kybele, des Herrschers über den Tempelstaat Pessinus (so Karl Strobel 2024, p. 498).
Karl Strobel (2024, pp. 498-499) schreibt:
"The temple-state of Pessinus emerged during the period of the Diadochi, probably under Lysimachos after 301 BCE .... It centered on the cult of Kybele, the Phrygian Matar Kubileia (mountain-mother; Meter Pissinous according to Strabo, Geography 10.3.1 ... A fortified residence of the ruling high priest was built in the first half of the third century BCE on a low promontory in the valley of the sacred Gallos river, over a very modest late Phrygian settlement (best overview in Verlinde 2015 [hier Verlinde 2015a] ...). Before 226 BCE, Attalos I of Pergamon [corr.: Pergamum] built a Greek marble temple and precinct for Kybele at Pessinus .... In 205/204 BCE, Attalos I mediated the transfer of the holy stone (baitylos) from Pessinus to Rome, where the Magna Mater cult was installed; from this point the cult in Pessinus became famous worldwide ... [page 499].
The site of the Hellenistic and Roman sanctuary [der Kybele in Pesssinus] is still unknown, and was certainly not located in the deep valley of Pessinus's urban area (Figure 22.4). There Hellenistic buildings were torn down and an area leveled for the terraced precinct of a hexastyle marble temple of the imperial cult [der Theatertempelkomplex, das Sebasteion; vergleiche oben, unsere Karten von Pessinus] ... built perhaps starting in CE 8/9, and inaugurated around 15 CE (Verlinde 2015 [hier Verlinde 2015a]) ...
Pessinus’s second Augustan urban project was the canalization of the Gallos River, which flowed through the city. Several sections of the quay walls were flanked by colonnades and porticoes ... The theater, repaired or built under Hadrian, is now totally dismantled, as are the gymnasium and the baths, which were still visible in 1951 [Hervorhebung von mir]".