5.) Ich habe in beiden Texten (Häuber 2026a und Häuber 2026b) irrtümlich behauptet, dass das Isium Metellinum von Metellus Pius (cos. 80 v. Chr.) gegründet worden sei. Die Forschungen zum Isium Metellinum hängen eng mit denen zum namengebenden Heiligtum der augusteischen Regio III, Isis et Serapis, zusammen. Ich habe deshalb in diesem Abschnitt Punkt 5.) alle diesbezüglichen Erkenntnisse aus meinem Buch Häuber (2014) zusammengefasst

Vergleiche zu der Behauptung, dass das Isium Metellinum von Metellus Pius gegründet worden sei, im Text "Mater Magna", Häuber 2026b, Anm. 28: "so zuerst F. Coarelli ["I monumenti dei culti orientali di Roma. Questioni topografiche e cronologiche"], in: ÉPRO 92 (1982), S. 55-57"; sowie in Häuber 1998, S. 685, Anm. 52.

Zu dieser Behauptung gehört ausserdem noch folgende Argumentationskette, der ich in beiden Texten (Häuber 2026a und Häuber 2026b) ebenfalls gefolgt bin: Der private Kult Isium Metellinum habe zur Domus des Metellus Pius gehört; ausserdem habe sich das namengebende Heiligtum der augusteischen Regio III, Isis et Serapis, das im Südwesten an die Horti des Maecenas grenzte, und das sich auf dem Südostabhang des Mons Oppius befand, aus dem bereits während der Republik gegründeten privaten Kult Isium Metellinum entwickelt.

Alle diese das Isium Metellinum betreffenden Behauptungen sind mit Sicherheit falsch, denn der private Kult Isium Metellinum (und die Domus des Metellus Pius) befanden sich statt dessen auf dem Caelius; im Übrigen ist das Heiligtum Isis et Serapis auf dem Mons Oppius erst unter Nero erbaut worden.

Im Folgenden wird all das im Detail erläutert;

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.1. The `Porticus with Piscina´/the sanctuary Isis et Serapis in the Augustan Regio III", S. 53-55, mit Anm. 20-37) :

bereits Rodolfo Lanciani (Anm. 20), der als erster auf seiner Karte Forma Urbis Romae (1893-1901, fol. 30) das öffentliche, namengebende Heiligtum der augusteischen Regio III, Isis et Serapis, auf dem Südostabhang des Mons Oppius rekonstruiert, und korrekt als "Tempio Egizio" der "Regio III ISIS ET SERAPIS" identifiziert hat, schlug vor, dass sich dieses Heiligtum aus dem in der Republik gegründeten privaten Kult Isium (auch Iseum) Metellinum entwickelt habe.

Filippo Coarelli (Anm. 23-25) hat diese Idee weiterentwickelt und das Isium Metellinum auf dem Südostabhang des Mons Oppius (in der "Vigna XII Apostoli / Reinach") lokalisiert, wobei seiner Meinung nach zu diesem Heiligtum auch das hadrianische Nymphaeum der Piazza Iside und die Substruktion an der Via Pasquale Villari (die `Terme di Filippo´) gehört haben.

In der Vigna Reinach sind in sogenannten Statuenmauern (das heißt, in sekundären Kontexten) zahlreiche, hauptsächlich römische Statuen gefunden worden: Der Fundort ist auf unserer oben abgebildeten Karte vom Mons Oppius mit der Beschriftung "STATUES" markiert. Zu diesem Fundkomplex gehören auch Aegyptiaca (römische ägyptisierende und ägyptische Statuen, sowie eine Inschrift; siehe dazu unten).

Diese Aegyptiaca kann man dem Tempel für Isis et Serapis unmittelbar nördlich davon zuschreiben (dem Tempel "ISIS ET SERAPIS"; der "Porticus with Piscina" auf unserer Karte vom Mons Oppius [Lancianis "Tempio Egizio"], an dessen Stelle später das "FORUM: PETRONIUS MAXIMUS" erbaut werden sollte); vergleiche zu diesen Aegyptiaca: Häuber (2014, Kapitel I.1.; I.2: B 1., B 3.; B 4., B 23.; B 28.; Appendix VII; Figs. 2-6; 10, 11).

Einige der Aegyptiaca aus dieser Gegend, die ich auch schon in früheren Publikationen diskutiert hatte, habe ich (2014) als die Kultstatuen im Tempel Isis et Serapis der Regio III auf dem Mons Oppius identifiziert, den ich unten noch mehrfach erwähnen werde. In diesen früheren Publikationen ist mir, bezüglich einer dieser Skulpturen, ein Fehler unterlaufen (einem Marmorfüllhorn einer überlebensgrossen Statue, das im Bereich der "Porticus mit Piscina" entdeckt wurde). Diesen Fehler haben Franz Xaver Schütz und ich in der folgenden Publikation korrigiert:

"The fragmentary cult-statues of the sanctuary Isis et Serapis in Regio III/ Die fragmentarischen Kultstatuen des Heiligtums Isis et Serapis der Regio III (Ergänzungen zu unserem Aufsatz Franz Xaver Schütz und Chrystina Häuber 2001 mit dem Titel Reconstructing Ancient Rome using Remote Sensing and GIS-technology. The Achaeological Information System FORTVNA". Online at:

<https://FORTVNA-research.org/texte/Kultstatuen_Heiligtum_Isis_et_Serapis_Regio_3_Rom.html>.

Coarelli (Anm. 31) hat, wie gesagt, auch als erster behauptet, dass Metellus Pius das Isium Metellinum gegründet habe.

Dem sind außer mir noch viele andere Gelehrte gefolgt, aber inzwischen ist nachgewiesen worden, dass Coarellis Behauptung auf seiner irrtümlichen Interpretation eines in Spanien gefundenen Altars beruhte (Anm. 32-37). Wegen Coarellis (irrtümlicher) Lokalisierung des privaten Kultes Isium Metellinum in dieser Gegend auf dem Mons Oppius ist hier konsequenterweise auch die Domus des Metellus Pius angenommen worden (Anm. 34);

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.3. The forgotten ancient building in Vigna Reinach", S. 80-83, mit Anm. 295) :

das im Grundriss mindestens 130 x 40 m messende, aus Ziegeln errichtete Gebäude in der ehemaligen "Vigna XII Apostoli / Reinach", das dank seiner Ziegelstempel des Jahres 123 n. Chr. hadrianisch datierbar ist, hat in der neueren Forschung keinerlei Beachtung gefunden.

Meiner Meinung nach gehörte es, zusammen mit dem Tempel für Isis et Serapis/ der "Porticus mit Piscina" unmittelbar nördlich davon, zum Heiligtum Isis et Serapis: Das Gebäude in der Vigna Reinach hat entweder als Substruktion der Terrasse gedient, auf der der Tempel Isis et Serapis/ die "Porticus mit Piscina" errichtet wurde, oder es ist Teil einer monumentalen Treppen- oder Rampenanlage gewesen, die vom Tal der modernen Via Labicana zur Terrasse mit der "Porticus mit Piscina" hinaufführte. Ich habe ausserdem vorgeschlagen, dass sich in diesem Gebäude in der Vigna Reinach die zahlreichen Unterkünfte für Gäste befunden haben könnten, die für viele Tempel der ägyptischen Kulte bezeugt sind (Anm. 295): In diesen Wohnungen haben zum Beispiel jene Personen gelebt, die häufig sehr lange haben warten müssen, ehe die Priester des jeweiligen Heiligtums sie wunschgemäß in die ägyptischen Kulte aufgenommen haben;

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.4. The nymphaeum at Piazza Iside and the substructure on Via Pasquale Villari/`Terme di Filippo´", S. 83-84, mit Anm. 308, 309) :

der antike Name der Substruktion an der Via Pasquale Villari ist unbekannt; Antiquare früherer Jahrhunderte hatten ihr verschiedene pseudo-antike Namen gegeben, zum Beispiel `Terme di Filippo´. Meine Analyse zahlreicher alter Karten hat gezeigt, dass diese Substruktion früher sehr viel größer gewesen war als sie auf der Karte von G.B. Nolli (1748) dargestellt ist, von der wir den Grundriss dieses Gebäudes in unsere Karte vom Mons Oppius kopiert haben. Wir zeigen auf unserer Karte mit den rosafarbenen Flächen, die im Norden, Osten und Süden unmittelbar an den roten Grundriss der Substruktion anschließen, und die mit gestrichelten Linien begrenzt sind (um zu zeigen, dass wir die Größen dieser Flächen nicht kennen), dass sich dieses Gebäude ursprünglich noch in alle diese Richtungen weiter ausgedehnt hatte.

Die erste Bauphase dieser Substruktion ist in der späten Republik in einem opus reticulatum errichtet worden, dass dem des "Auditorium of MAECENAS" sehr ähnlich ist (Anm. 308); hinzu kommt, dass diese Substruktion die Servianische Stadtmauer in ebenso spektakulärer Weise `durchbricht´, wie das auch für das `Auditorium des Maecenas´ kennzeichnend ist. Die Bauphasen dieser Substruktion sind augusteisch, flavisch und hadrianisch datierbar (Anm. 309);

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.5. The Isium Metellinum, the `Egyptian temple´, found in 1653 and the sanctuary Isis et Serapis", S. 86, mit Anm. 327, 328) :

aus dem Fundkomplex von Aegyptiaca in der Vigna Reinach stammt auch die einzige Inschrift, die man dem Heiligtum Isis et Serapis zuschreiben kann: "... including the inscription mentioning ISIS E[t Serapis] (CIL, VI, 35571) [mit Anm. 327], which, ever since it came to light, has been attributed to the sanctuary Isis et Serapis in Regio III [mit Anm. 328]";

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.5.", S. 87, mit Anm. 340-346) :

Mariette de Vos (vergleiche Anm. 340-346) hat die in der Vigna Reinach gefundenen Aegyptiaca der Substruktion an der Via Pasquale Villari zugeschrieben, und diese Architektur mit der Domus des Metellus Pius, mit `dem Ägyptischen Tempel, der 1653 in dieser Gegend gefunden wurde´, mit dem Isium Metellinum , und mit dem Heiligtum Isis et Serapis identifiziert;

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.5.", S. 87-88, und "Appendix IV - A report on the substructure on Via Pasquale Villari (prior to Nolli's Rome map 1748", S. 353-354) :

meine detaillierte Analyse der Substruktion an der Via Pasquale Villari hat jedoch gezeigt, dass diese Substruktion zu einem auf ihrer Dachterrasse erbauten Tempel gehört hat; eine Domus hat sich hier nie befunden. Die figürlichen Stuckdekorationen der Wände dieser Substruktion, die bei ihrer Auffindung noch völlig intakt waren, enthielten aber keinerlei Hinweise auf die ägyptischen Kulte; sie waren ausserdem sehr luxuriös mit Edelsteinen dekoriert, auch Juwelen sind in dieser Substruktion zum Vorschein gekommen.

Auf Grund dieses detaillierten Berichtes des 18. Jhs. kann die Substruktion an der Via Pasquale Villari nicht mit dem Isium Metellinum, nicht mit `dem 1653 in dieser Gegend gefundenen Ägyptischen Tempel´, und ebensowenig mit dem Tempel Isis et Serapis identifiziert werden.

Bereits viele Gelehrte vor mir haben auf der Dachterrasse der Substruktion an der Via Pasquale Villari einen Tempel angenommen;

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.5", S. 88-89, mit Anm. 353, 354) :

siehe zum Beispiel Ernesto Iezzi (Anm. 353) und Giandomenico Spinola (Anm. 354), die beide den Tempel für Isis et Serapis auf der Substruktion an der Via Pasquale Villari lokalisieren (Spinola identifiziert den Tempel gleichzeitig mit dem Isium Metellinum). Diese Annahme ist mit Sicherheit falsch, denn der Tempel für Isis et Serapis war, wie erwähnt, der namengebende der augusteischen "REGIO III", die sich innerhalb der Servianischen Stadtmauer befand; diese Substruktion befand sich aber hauptsächlich außerhalb der Servianischen Stadtmauer, und somit in der augusteischen "R.[EGIO] V"; und das Isium Metellinum befand sich, wie wir unten, im Text zu Kapitel II.5. erfahren werden, statt dessen auf dem Caelius;

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.5.", S. 94, und "Appendix IV - A report on the substructure on Via Pasquale Villari (prior to Nolli's Rome map 1748", S. 353-354) :

im Appendix IV werden die oben bereits erwähntem kostbaren Funde, die in der Substruktion an der Via Pasquale Villari entdeckt worden sind, im Detail beschrieben, und auf S. 94 und im Appendix IV ausserdem die Substruktion selbst: Meiner Ansicht nach ist die erste Phase der Substruktion an der Via Pasquale Villari, die in einem dem `Auditorium des Maecenas´ sehr ähnlichen Retikulat errichtet wurde, ebenfalls von Maecenas erbaut worden (hier befand sich der Südeingang zu seinen Horti); diese Substruktion durchbrach, wie gesagt, die Servianische Stadtmauer und ihr größerer Teil befand sich folglich in der augusteischen Regio V. Ich habe deshalb vorgeschlagen, dass es sich bei dem Tempel auf der Dachterrasse der Substruktion an der Via Pasquale Villari um den von Maecenas erbauten Tempel der Minerva Medica gehandelt hat, der für die augusteische Regio V bezeugt. ist;

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "II.4. The statue of a River-god and the temple of Minerva Medica built by Maecenas", S. 165-167, Anm. 142) :

dem habe ich hinzufügen können (Anm. 142), dass der Tempel der Minerva Medica in gewisser Hinsicht sogar noch `vorhanden´ ist: In die Cella dieses Tempels, siehe auf unserer Karte vom Mons Oppius die Beschriftung: "Temple: MINERVA MEDICA", ist nämlich zunächst das "Casino [der] Vigna Muti-Papazzuri/ Cicolini", und später das noch vorhandene Hauptgebäude des "Convento delle Suore del Buon e Perpetuo Soccorso" eingebaut worden, der auf der Substruktion an der Via Pasquale Villari errichtet wurde (zwischen der Via Pasquale Villari und der Via Ruggero Bonghi, wo sich sein Eingang befindet);

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "I.8. The lucus of the Querquetulanae Virae and Maecenas, the Porta Querquetulana in the Servian city wall and the nymphaeum at Piazza Iside", S. 106 mit Anm. 540-542) :

um die ehemaligen Funktionen der Substruktion an der Via Pasquale Villari besser verstehen zu können, haben Franz Xaver Schütz und ich den damaligen Soprintendenten der Staatlichen Bodendenkmalpflege Roms, Adriano La Regina (der für diese Substruktion zuständig war), um einen Besichtigungstermin gebeten: Ihm verdanken wir, dass uns am 20. November 2000 die Architektin Frau Dr. Maria Grazia Filetici (die das Gebäude bereits intensiv studiert hatte) durch diese Architektur geführt hat. Als Ergebnis dieses Lokaltermins wurde klar, dass diese Substruktion eines Tempels (selbstverständlich) auch Treppenhäuser enthielt. Dabei ist vorauszusetzen, dass über diese Treppen nicht nur der Tempel auf der Dachterrasse der Substruktion erreicht werden konnte, sondern, sobald der Tempel für Isis et Serapis errichtet worden war, auch dieser Tempel.

Meiner Meinung nach hat deshalb auch die Substruktion an der Via Pasquale Villari - später, das heißt, sobald dieses Heiligtum erbaut worden war - zum Heiligtum Isis et Serapis dazugehört:

"The ground level of the Hadrianic nymphaeum at Piazza Iside stands c.[irca] 1 m above Piazza Iside (which itself stands at 36, 65 m above sea-level) [mit Anm. 540]. Originally it was located at the steep south-eastern slope of the Oppian, at a relatively high position above the valley. Note that the terrace of the promontory of the Oppian with the former "Porticus with Piscina", which stands today at c.[irca] 45 m [above sea-level; mit Anm. 541], was levelled in the late 19th century by c.[irca] 2-4 m. In antiquity the nymphaeum stood at a much higher level than the adjacent substructure on Via Pasquale Villari, the ground floor of which is buried below the modern street. When we visited the site with Dott.ssa Arch. Maria Grazia Filetici on 20th November 2000 [mit Anm. 542], she drew our attention to this fact, which had not been noticed before. The Domitianic phase of this substructure had three storeys, and a staircase between the first and the second floor is still extant [Hervorhebung von mir]".

Auf Grund dieses Lokaltermins mit der Architektin Frau Dr. Maria Grazia Filetici in der Substruktion an der Via Pasquale Villari, ist Franz Xaver Schütz und mir klar geworden, dass eine "3D"-Rekonstruktion der antiken Landschaft dieser Gegend, mit den dort befindlichen Architekturen, die meiner Meinung nach alle zum Heiligtum Isis et Serapis gehört haben (siehe unten, zu Punkt 6.)), keine leichte Aufgabe sein wird. In meinem im Druck befindlichen Buch über die Laokoongruppe, FORTVNA PAPERS vol. IV (in Druckvorbereitung), im Kapitel IV.2.8., habe ich inzwischen meine Forschungen zu der Substruktion an der Via Pasquale Villari und zum Tempel der Minerva Medica weiter fortgesetzt. Previews dieses Buches haben wir online publiziert; vergleiche <https://FORTVNA-research.org/FORTVNA/FP4.html>.

Aufgrund der kostbaren Funde, die in der Substruktion an der Via Pasquale Villari entdeckt worden sind (beschrieben in Häuber 2014, S. 853-854, Appendix IV, siehe dazu oben), schlage ich jetzt vor, dass es in dieser Substruktion an der Via Pasquale Villari, dem repräsentativen `Aufgang zum Tempel Isis et Serapis und zum Tempel der Minerva Medica´, Geschäfte für Luxusgüter gegeben hat, in denen man zum Beispiel Juwelen, wie die in dieser Substruktion gefundenen, kaufen konnte - wobei derartige Läden für viele Heiligtümer überliefert sind;

vergleiche Häuber (2014, Kapitel "II.5. The sacred groves of the Mons Oppius and the Isium Metellinum", S. 169-170, Anm. 169-170) :

das Isium Metellinum und die Domus der Familie der Caecilii Metelli befanden sich offenbar tatsächlich auf dem Caelius - was von früheren Gelehrten immer für selbstverständlich gehalten worden war - sie werden aber von den an dieser Diskussion beteiligten Fachwissenschaftlern unterschiedlich lokalisiert (Anm. 169).

Ich selbst folge der Lokalisierung des Isium Metellinum, die Carlo Pavolini (vergleiche unten, unsere Karte vom Mons Caelius) vorgeschlagen hat (Anm. 170: Häuber und Schütz 2004, S. 133: Pavolini 2000, pp. 20-26, Tav. 13-17, Fig. 35): Pavolini (2000) erklärt den Namen der Straße Vicus Capitis Africae auf dem Caelius damit, dass dieser `Kopf der Africa´ eine Domus der Familie der Caecilii Metelli geziert haben wird, mit dem Argument, dass nur diese römische Adelsfamilie sehr enge Verbindungen zu Afrika gehabt habe.

Die letztere Behauptung Pavolinis ist natürlich nicht wahr, man denke nur an die Cornelii Scipiones, einen Zweig der gens Cornelia, wie zum Beispiel P. Cornelius Scipio Africanus maior (!) (siehe unten zu Punkt 9.), sowie zu Punkt 10.): Dort auch zu Scipio Africanus minor, Scipio Aemilianus, dem Zerstörer Karthagos). Vergleiche zu Scipio Aemilianus ausserdem: Häuber (2021/2023, S. 789-790).

Auch Roberta Alteri (2025, p. 134, Fig. 12: ihre Karte der Gegend der Basilica Hilariana auf dem Caelius, Beschriftung: area dell'Isium Metellinum?) hat diesen Lokalisierungsvorschlag für das Isium Metellinum von Carlo Pavolinis (2000) in ihre Karte eingetragen. Auf Alteris Forschungen zur Basilica Hilariana werde ich unten, im Punkt 8.) zurückkommen.


Karte vom Mons Caelius (Detail). Vergleiche für die hier im Zusammenhang mit den beiden Architekturen auf dem Caelius, dem Isium Metellinum, und unten, im Punkt 8.), der Basilica Hilariana, genannten Bauten und Toponyme, den weiteren, hier gezeigten Ausschnitt unserer "Diachronen topographischen Romkarte: Forum Romanum bis Mons Oppius". C. Häuber und F.X. Schütz, Rekonstruktion (2025), mit dem "AIS ROMA", auf der Basis der offiziellen photogrammetrischen Daten der Comune di Roma (jetzt Roma Capitale), die uns großzügigerweise im März 1999 der Sovraintendente ai Beni Culturali der Comune di Roma, Prof. Eugenio La Rocca, zur Verfügung gestellt hatte. Diese Karte haben wir zum ersten Mal in Häuber (2014) als Map 3 publiziert und im Text dieses Buches diskutiert; vergleiche S. 873 (die Legende zu dieser Karte). Inzwischen haben wir diese Karte korrigiert und erheblich erweitert. Die hier gezeigte Version der Karte ist komplett online publiziert at:

<https://FORTVNA-research.org/maps/HAEUBER_2014_Map3.html>.

Vergleiche die folgenden Beschriftungen:

COLOSSEUM; R.[EGIO] II; MONS CAELIUS; PORTA CAELIMONTANA?/ S. Maria Imperatrice; "VIA TUSCULANA"/ Via dei SS. Quattro Coronati; CAMPUS CAELEMONTANUS (MARTIALIS) [bei dem mit einer dünnen schwarzen Linie gezeichneten Quadrat unmittelbar nach dieser Beschriftung handelt es sich um die Basis des Lateransobelisken]; Piazza S. Giovanni in Laterano; S. Giovanni in Laterano/ CASTRA NOVA EQUITUM SINGULARIUM; Baptistery; site of S. Gregorio in Martio; Servian city Wall; ARCUS NERONIANI-CAELEMONTANI; "VIA CAELIMONTANA"/ Via di S. Stefano Rotondo; BASILICA HILARIANA ARBOR SANCTA; PORTA CAELIMONTANA?/ ARCUS DOLABELLAE ET SILANI; Via della Nav[icella]; VIA CLAUDIA; VICUS CAPITIS AFRICAE; Piazza Celimontana; Ospedale Militare del Celio; Via di S. Paolo della Croce; S. Gregorio Magno; PORTA CAPENA; VIA APPIA; VICUS HONORIS ET VIRTUTIS?; VICUS CAMENARUM?; VALLIS EGERIAE?; site of ISIUM METELLINUM?; Casino Villa Mattei/ Celimontana; S. Tommaso in Formis; S. Maria in Domnica/ STATIO COHORTIS V VIGILUM; S. Stefano Rotondo/ CASTRA PEREGRINA/ Reticulate walls.


Zu den neuen Erkenntnissen auf der diachronen Romkarte von Chrystina Häuber und Franz Xaver Schütz; vergleiche Häuber (2014, Maps 3 und 7), von der wir hier die Details "Karte vom Mons Oppius" und "Karte vom Mons Caelius" abbilden, gehörte unsere Rekonstruktion der sogenannten Servianischen Stadtmauer auf der Ostseite der Stadt Rom, zwischen ihren Stadttoren Porta Esquilina und Porta Capena, das heißt, auf einer Strecke von circa 2,2 km.

Vergleiche Häuber (2014, S. 251-289: "Appendix I The reconstruction of the Servian city Wall on the Oppian and Caelian"). Vergleiche jetzt die überarbeitete Fassung dieses Kapitels: Häuber 2026d, "Die Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und auf dem Caelius", S. 251-289. Online at:

<https://FORTVNA-research.org/texte/Servianische_Stadtmauer_Oppius_Caelius.html>.

Eric M. Moormann (2015, p. 261) und Pierre Gros (2016, pp. 481-482) sind meiner Rekonstruktion, Häuber (2014), des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Mons Oppius und auf dem Mons Caelius gefolgt. James C. Anderson Jr. (2016, p. 288) erkennt meine `exakte Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer im untersuchten Gebiet´ an, Mario Torelli (1937-2020; vergleiche 2016, p. 213) folgte meiner ``Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer vom `Auditorium´ des Maecenas bis zur Porta Capena´´ und T.P. Wiseman (2021, p. 12 mit Anm. 19) folgt meiner (2014) Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer zwischen der Porta Esquilina und der Porta Capena.

Gleichzeitig, aber unabhängig von mir, hat sich auch Ronald T. Ridley (2015-2016, pp. 567-585) mit der Lokalisierung der Porta Capena in der Servianischen Stadtmauer beschäftigt. Ridley stützt sich dabei auf ein ganz anderes Methodenspektrum und auf ganz andere Daten als ich, in Häuber (2014), gelangt jedoch, was seinen Vorschlag der korrekten Lokalisierung der Porta Capena betrifft, zu genau demselben Ergebnis wie ich.

Vergleiche für unsere neue Lokalisierung der Porta Capena auch die erklärenden Texte von: Häuber und Schütz unserer: "Romkarte. Die antike Via Appia zwischen der Porta Capena in der sogenannten Servianischen Stadtmauer und der Porta Appia/ Porta S. Sebastiano in der Aurelianischen Stadtmauer".

Diese Karte zeigt das Areal, das südlich an die hier gezeigte Karte vom Mons Caelius anschließt; hierbei handelt es sich um die Karte Häuber (2014, Map 7). Online at: <https://FORTVNA-research.org/maps/HAEUBER_2014_Map7_Via_Appia_Porta_Capena_Rom.html>.


Kehren wir nun zu unserer Diskussion in diesem Updates zurück.

Siehe Punkt 5.) Ich habe in beiden Texten (Häuber 2026a und Häuber 2026b irrtümlich) behauptet, dass das Isium Metellinum von Metellus Pius (cos. 80 v. Chr.) gegründet worden sei.

Vergleiche Häuber (2014, Kapitel "II.6. The goddesses venerated in and around the sanctuary Isis et Serapis in Regio III", S. 184, mit Anm. 336, 337) :

ich habe vorgeschlagen, dass das Heiligtum Isis et Serapis auf dem Südostabhang des Mons Oppius und der dazu gehörende Tempel der Dea Syria von Nero errichtet worden sind, und zwar aus folgenden Gründen:

Das Vorhandensein eines Tempels der Dea Syria im Bereich des Heiligtums Isis et Serapis ist durch eine Inschrift sowie durch weitere archäologische Funde bezeugt:

Dazu gehören die beiden unten abgebildeten Details einer neronisch datierbaren Wanddekoration aus Stuck, auf der die Göttinnen Isis und Dea Syria (sowie deren Kultpartner Baal-Hadad/Apollo) zusammen dargestellt sind; wir wissen auch, dass Nero die Dea Syria verehrt hat. Ausserdem zeigt unsere oben abgedruckte Karte vom Mons Oppius, dass das Heiligtum Isis et Serapis auf dem Südostabhang des Mons Oppius im Osten unmittelbar an den `Esquiline Wing´ von Neros Domus Aurea angegrenzt hat :

"Because I hope to have shown in this chapter that there was a cult of Dea Syria on the Oppian, this means that she had two cults in Rome, one elsewhere (cf. supra), the other on the Oppian. Given Nero’s interest in Dea Syria (Suet., Nero 56) [mit Anm. 336: vergleiche Häuber 2001], a fact not explicitly recorded for the Flavian emperors [die man alternativ für die möglichen Gründer des Heiligtums Isis et Serapis der Regio III gehalten hat], I should like to suggest now that the stucco-work decoration (figs. 7; 8 [aus dem Heiligtum Isis et Serapis auf dem Oppius; siehe unten]) was commissioned under (or even by) Nero. This, if true, could mean that the temple of Dea Syria on the Oppian - together with the sanctuary Isis et Serapis - was founded under Nero, and because those shrines stood immediately to the east of the Domus Aurea, probably by Nero himself (map 3 [= siehe oben, die hier gezeigte Karte vom Mons Oppius], labels: DOMUS AUREA; ISIS ET SERAPIS; "Porticus with Piscina").

To the sanctuaries under scrutiny here belonged the Neronian stuccowork decoration with Dea Syria/Atargatis/Venus, her doves and her parhedros Baal-Hadad/Apollo, but also with Isis-Fortuna, Harpocrates holding a cornucopia in his left arm [mit Anm. 337] and Minerva (figs. 7; 8), an inscription dedicated to Dea Syria (CIL, VI, 32462) of the 3rd century AD, and the polyfagus mentioned in the calendar of Philocalus for the reign of the emperor Severus Alexander (222-235 AD) [Hervorhebung von mir]".


Vergleiche die oben erwähnten Figs. 7 und 8 aus: Häuber (2014, 33, 34):

Aus: Häuber (2014, 33, Fig.) "7. Drawing from the `Paper Museum´ of Cassiano dal Pozzo, coffered ceiling. Represented are: Isis-Fortuna and Minerva, Harpocrates and a worshipper, doves and dancing men [das heißt, die Tauben und Anhänger der Dea Syria]. Drawn in the sanctuary Isis et Serapis in Regio III. Windsor Castle, Royal Collection Trust © Her Majesty Queen Elizabeth II 2013 (inv. no. RL 11398). Cf. Methodological approach, I; II.2.; II.6.; B 32".


Aus: Häuber (2014, 34, Fig.) "8. Drawing from the `Paper Museum´ of Cassiano dal Pozzo, lunette. Represented are: Isis, Dea Syria/ Atargatis/ Venus and [Baal-]Hadad/ Apollo. Drawn in the sanctuary Isis et Serapis in Regio III. Windsor Castle, Royal Collection Trust © Her Majesty Queen Elizabeth II 2013 (inv. no. RL 11399). Cf. Methodological approach, I; II.2.; II.6".




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