Chrystina Häuber

Das folgende, bislang unveröffentlichte Manuskript "Mater Magna" wurde am 17. September 1998 abgeschlossen; am 5. Februar 2026 habe ich es korrigiert und bis zum 11. Mai 2026 die Fussnoten aktualisiert. Dieses Manuskript war früher entstanden als jenes, das ich für die geplante Festschrift für Hans Georg Niemeyer eingereicht hatte ( siehe Häuber 1998 ; vergleiche jetzt die überarbeitete und erweiterte Fassung von Häuber 1998: Häuber 2026a), in dem einige Passagen aus dem Text "Mater Magna" übernommen worden sind.

Ich veröffentliche hier diesen Text ebenfalls, weil er die `Vorgeschichte´ des `Aufbruchs der Göttin Kybele in Pessinus´ untersucht - das heißt, ich bin darin der Frage nachgegangen, warum die Römer überhaupt (205 oder 204 v. Chr.) das Kultbild der Göttin Kybele aus Pessinus in Phrygien (!) nach Rom geholt haben; außerdem erfahren wir, wie und von wem das Kultbild nach seiner Ankunft in Ostia empfangen worden ist; des Weiteren wird detailliert geschildert, welche Römer zu dieser Gesandtschaft gehört hatten, sowie welche ihrer Nachfahren auf dem Esquilin in Rom lebten - denn vom Esquilin stammen ja die drei Fragmente des Marmorreliefs im Pergamonmuseum, um die es in diesem Text geht (hier Abb. 1; Taf. 53-55); ausserdem beschäftige ich mich mit der Frage, warum Augustus, der ja schliesslich den Tempel der Mater Magna (wie die Römer sie nannten) auf dem Palatin nach einem Brand 3 v. Chr. wieder aufbaute, eine so enge Verbindung zu der Göttin Kybele gehabt hat.

Das Update zu beiden Texten (Häuber 2026a und 2026b), vergleiche Häuber 2026c, wurde am 11. Mai 2026 abgeschlossen.


M A T E R      M A G N A

(Quellen zum Relief Sk 955 im Pergamonmuseum; hier Abb. 1; Taf. 53-55)


Kybele Pessinus mater magna Abb. 1
Abb. 1: Staatliche Museen zu Berlin. Antikensammlung (Inv. Nr. Sk 955). Römisches Marmorrelief (Umzeichnung).



Kybele Pessinus mater magna Tafel 53-1

Tafel 53,1: Staatliche Museen zu Berlin. Antikensammlung (Inv. Nr. Sk 955 a). Römisches Marmorrelief, Fragment a.



Kybele Pessinus mater magna Tafel 53-1

Tafel 53,2: Wie Taf. 53, 1 (Detail). Der Steuermann im hinteren Boot.



Kybele Pessinus mater magna Tafel 54-1

Tafel 54,1: Staatliche Museen zu Berlin. Antikensammlung (Inv. Nr. Sk 955 b). Römisches Marmorrelief, Fragment b.



Kybele Pessinus mater magna Tafel 54-2

Tafel 54,2: Wie Taf. 54, 1 (Details). Die Dreiergruppe und der Römer.



Kybele Pessinus mater magna Tafel 54-3

Tafel 54,3: Wie Taf. 54, 1. Detail des Römers.



Kybele Pessinus mater magna Tafel 55-1

Tafel 55, 1: Staatliche Museen zu Berlin. Antikensammlung (Inv. Nr. Sk 955 c). Römisches Marmorrelief, Fragment c.



Kybele Pessinus mater magna Tafel 55-2

Tafel 55, 2: Wie Taf. 55, 1. Menschenmenge.


Die Berichte in den antiken Schriftquellen zur Überführung des Kultbildes der Göttin Kybele aus Pessinus nach Rom1 beginnen gegen Ende des Zweiten Punischen Krieges. Unsere Hauptquellen hierfür sind Ovid (fast. 4.181-372; 247-348)2 und Livius (29.10.4-11.8; 14.6-12)3 .


Livius schreibt (29.10.4; 205 v. Chr.): "... in diesem Jahr hatte es ungewöhnlich häufig Steine vom Himmel geregnet. Man hatte daher die Sibyllinischen Bücher eingesehen und in ihnen folgenden Spruch gefunden: `Wann einmal ein fremdstämmiger Feind in das italische Land einfalle [was auf die Karthager gemünzt wurde], könne dieser aus Italien vertrieben werden, wenn man die Idäische4 Göttermutter von Pessinus nach Rom bringe".


Im Unterschied zu Ovid beschreibt Livius als einziger (29.11.5-8) auch die Gesandtschaft im Detail, die erst nach Delphi reist, dann zu König Attalos I.5 nach Pergamon, und schließlich, mit diesem gemeinsam, nach Pessinus in Phrygien. Livius nennt auch die Mitglieder der Mission (29.11.3-5): "M. Valerius Laevinus, der zweimal Konsul gewesen war und in Griechenland gewirkt hatte, den gewesenen Praetor M. Caecilius Metellus, den gewesenen Aedil Ser. Sulpicius Galba und die beiden gewesenen Quästoren Cn. Tremelius Flaccus und M. Valerius Falto. Für diese wurden fünf `quinqueremes´6 bestimmt, damit sie entsprechend der Würde des römischen Volkes in diesen Ländern auftreten und dort dem römischen Namen Achtung verschaffen sollten" (Hervorhebungen von mir).

In Delphi fragten die Römer die Pythia, ob ihre Mission erfolgreich sein werde. Livius fährt fort (29.11.6): "Es soll ihnen die Antwort gegeben worden sein, durch die Vermittlung des Königs Attalus werden sie das erlangen, um was sie bitten: wenn sie die Göttin nach Rom gebracht hätten, sollten sie dafür sorgen, daß der beste Mann, den es in Rom gebe, diese gastlich in Empfang nehme. Sie kamen nach Pergamum zu dem König. Dieser empfing die Gesandten freundlich und geleitete sie nach Pessinus in Phrygien. Dort übergab er ihnen den heiligen Stein, von dem die Einwohner7 sagten, er sei die Göttermutter, und forderte sie auf, diesen nach Rom zu verbringen. M. Valerius Falto, der von den Gesandten vorausgeschickt war, meldete, man bringe die Göttin. Man müsse den besten Mann in der Bürgerschaft ausfindig machen, der sie in der vorschriftsmäßigen Form in Empfang nehmen sollte ..." (Hervorhebungen von mir).

Etwas später kommt Livius wieder auf diese Geschichte zurück (29.14.6-9): "Es war keine geringe Aufgabe für den Senat, zu entscheiden, wer der beste Mann in der Bürgerschaft sei.

Jedenfalls werde jeder, wenn ihm die Wahl gelassen werde, einen echten Sieg in dieser Frage allen militärischen Kommandostellen oder allen Ehrenämtern, falls ihm solche durch Abstimmung im Senat oder durch die Plebs übertragen würden, vorziehen. Den P. Scipio [Nasica]8 , den Sohn jenes in Spanien [gegen die Karthager] gefallenen Gnaeus, einen Jüngling [corr.: jungen Mann], der noch nicht Quaestor9 gewesen war, erklärten sie für den allerbesten Mann in der Bürgerschaft ..." (Hervorhebungen von mir).

Mit diesem Gnaeus [dem Vater des P. Cornelius Scipio Nasica] war Cn. Cornelius Scipio Calvus10 gemeint, der Onkel des P. Cornelius Scipio Africanus maior11 . Scipio Africanus war im Jahre 205 v. Chr. Consul, und nach Ansicht von H.H. Scullard12 läßt es sich auf seine Intervention zurückführen, daß sein Cousin, P. Cornelius Scipio Nasica, für die ehrenvolle Aufgabe ausgewählt wurde, als `bester Mann der Bürgerschaft' , und in ihrem Auftrag, der Göttin Kybele einen würdigen Empfang zu bereiten.

Aus der Beschreibung der Kultüberführung durch Livius wird natürlich auch verständlich, warum der Kybelekult in Rom während der Republik von den führenden Familien13 gepflegt wurde, und warum die Censoren des Jahres 204 v. Chr., M. Livius und C. Claudius14 , den Beschluß fassten, für das nach Rom überführte Kultbild der Göttin Kybele einen Tempel auf dem Palatin zu errichten, sowie, daß die erste Restaurierung des Tempels (kurz nach 111 v. Chr.) durch Q. Caecilius Metellus Numidicus15 erfolgt ist.

Livius (29.14.10) fährt fort: "P. Cornelius [Scipio Nasica] wurde aufgefordert, mit allen Matronen nach Ostia der Göttin entgegenzuziehen, um sie von dem Schiff in Empfang zu nehmen, an Land zu bringen und den Frauen zu übergeben, die sie dann weitertragen sollten ...". P. Cornelius [Scipio Nasica] empfing auch richtig die Göttin aus den Händen ihrer Priester16 , trug sie an Land und "die vornehmen Frauen der Bürgerschaft, von denen allein der Name der Claudia Quinta bekannt ist, übernahmen sie. Diese Claudia stand, wie überliefert wird, zuvor in zweifelhaftem Rufe, stellte aber für die Nachwelt durch einen solch frommen Dienst ihre Sittsamkeit in ein um so helleres Licht (Hervorhebung vor mir)"17 .

Aus anderen Quellen18 erfahren wir, daß das Schiff auf eine Sandbank lief, und daß Claudia Quinta19 ein Wunder bewirkte, indem sie das Schiff wieder flott machte. Diese Szene ist auf einem Altar20 im Museo Nuovo Capitolino dargestellt, den eine Claudia Synthyche im 1. Jh. n. Chr gestiftet hat.

Mit dem auf diesem Altar dargestellten Schiff hat sich unlängst O. Höckmann21 beschäftigt. Es handelt sich um ein als `liburnisch' bezeichnetes Kriegsschiff. Dieser Schiffstyp war nach einem Stamm illyrischer Piraten benannt, dem seine Entwicklung zugeschrieben wurde. Octavian hatte dank seiner Entscheidung, diese wendigen Fahrzeuge für seine Flotte erbauen zu lassen, die Seeschlacht bei Actium für sich entscheiden können.

Vergleiche aber oben Livius (29.11.4), dessen Quelle, in der Beschreibung der Kriegsschiffe der römischen Gesandtschaft, die das Kultbild der Kybele aus Pessinus nach Rom holen sollte, statt dessen von fünf quinqueremes22 spricht.

Nach Livius hatte die römische Gesandtschaft offenbar keine Probleme, das Kultbild der Göttin Kybele aus Pessinus mitzunehmen. Bei Ovid (fast. 4.265-270)23 hört sich die Geschichte dagegen ganz anders an. Zunächst holt der Senat das Orakel von Delphi ein, dann beauftragt er Gesandte: "Rom schickt Patrizier hin. Doch Attalus, Phrygiens König, schlägt den Ausoniern ab, was sie erbitten von ihm. Wunder berichte ich jetzt: denn grollend erbebte die Erde. Drohend aus dem Gemach sandte die Göttin den Ruf: König, ich selbst will es so! Entlasse mich ohne zögern! Jegliche Gottheit erwählt Rom sich zum würdigen Ort (Hervorhebungen von mir)".

Nachfahren einiger der Personen, die Livius im Zusammenhang der Überführung des Kultbildes der Kybele nach Rom erwähnt, wohnten auf dem Esquilin. Von den von Livius Genannten sind in diesem Zusammenhang folgende von Interesse: Marcus Caecilius Metellus, Publius Cornelius Scipio Nasica und Claudia Quinta.

Im Fall des Servius Sulpicius Galba hätte man früher vielleicht gemutmaßt, daß zumindest eine seiner Verwandten dort gelebt habe. Auf dem Oppius, der zum Esquilin gehört, wurde nämlich eine fistula aquaria mit einer Inschrift gefunden, die Sulpicia Triaria24, eine Frau senatorischen Ranges, im Genitiv nennt. Derartige Wasserzuleitungen werden aber neuerdings nicht mehr als sichere Hinweise auf das Vorhandensein einer Domus25 gewertet.

Die neuere Forschung nimmt an, daß das namengebende Heiligtum der Regio III, Isis et Serapis26, auf das Isium Metellinum zurückgeht, wobei dieses Heiligtum mit den Überresten von antiken Gebäuden am Südostabhang des Oppius identifiziert wird. Sie befinden sich östlich des "CLIVUS PULLIUS / "VIA IN FIGLINIS" / Vicolo delle Sette Sale (unmittelbar östlich des späteren `Esquiline Wing´ der "DOMUS AUREA"; vergleiche hierzu die Beschriftungen auf unserer im Update zu diesem Text (siehe Häuber 2026c, unter Punkt 5.) abgebildeten Karte), an der "Via Pasquale Villari" (in der Nähe der Kreuzung der modernen Via Labicana mit der modernen Via Merulana), in der "Vigna XII Apostoli/ Reinach" und auf der "Piazza Iside"27. Da dieses Isium Metellinum ein Privatkult war, kann man an dieser Stelle auch die Domus eines Mitgliedes der Familie der Caecilii Metelli annehmen. Zumeist wird angenommen, daß es sich bei dem Gründer des Isium um Metellus Pius (cos. 80 v. Chr.)28 gehandelt habe. Dieser adoptierte Metellus Scipio (Q. Caecilius Metellus Pius Scipio Nasica, cos. 52 v. Chr.)29 , von dem wir erfahren, daß seine Domus neben der des P. Plautius Hypsaeus30 stand. Diese beiden Domus werden leider mit keinem Wort beschrieben, sondern nur im Zusammenhang der Ermordung des Clodius (52 v. Chr.)31 erwähnt. Ob die Domus des Metellus Scipio mit jener, vermutlich von seinem Adoptivvater Metellus Pius bewohnten, identisch war, aus der sich später das Heiligtum Isis et Serapis entwickelt hat, läßt sich leider nicht feststellen32.

Mit dem Nachfahren der Claudia Quinta meine ich Tiberius, der, als Privatperson, im Jahre 2 n. Chr. in die Horti des Maecenas33 auf dem Esquilin umzog. Er wohnte somit unmittelbar neben der Domus der Caecilii Metelli (`des Metellus Pius´), dem (späteren) Heiligtums Isis et Serapis34 .

Während seiner Regierungszeit wurde in Pessinus (heute: Ballıhisar) der `Theatertempelkomplex'35 errichtet, der nach Ansicht seiner belgischen Ausgräber dem Kaiserkult diente. Aufgrund seiner beherrschenden Position in der Landschaft nehmen die Ausgräber in unmittelbarer Nähe zum Standort des `Theatertempelkomplexes´36 den berühmten, von archaischer bis römischer Zeit bezeugten, Kybeletempel an, der, obwohl sein Kultbild im Jahre 204 v. [oder bereits 205 v.] Chr. nach Rom überführt worden war, von großer Bedeutung blieb.

Das soeben erwähnte belgische Ausgrabungsteam37 untersucht seit einigen Jahren neben der antiken Stadt Pessinus auch ein größeres Areal ihres Umlandes, wobei modernste Technologie zum Einsatz kommt. Zu den Ergebnissen dieser Forschungen zählt die Erkenntnis, daß die archaische Stadt Pessinus, die nach der Überlieferung gleichzeitig mit dem Kybeletempel38 gegründet worden war, die Anhöhe über dem engen Tal des Flusses gallos beherrscht haben muss, während sich die römische Stadt im Tal befindet.

Lobpreisungen der Göttin Kybele können auch Angaben zur antiken Topographie der Stadt Pessinus und ihrer Umgebung enthalten. So schildert Apollonius Rhodius (1.1092ff.) ihr Wirken folgendermaßen: "Sie [Kybele] verursachte ein anderes Wunder, bisher war kein Wasserstrom auf dem Dindymon gewesen, aber damals ergoß sich ein unaufhörlicher Strom von der dürren Bergspitze ..." (Hervorhebungen von mir)39 . Die modernen Beschreibungen derselben Gegend durch Frank Vermeulen40 hören sich ähnlich an: "This high plateau is a summer dry and –warm region, very cold in wintertime and almost treeless ... A few kilometers north and east of the ancient city [Pessinus] a mountainous massive rises, culminating in the peak of the 1820 m high Dindymos (now Günüyüzu Dagi). This area contains some fresh water sources41 , but vegetation is poor here".

Man kann versucht sein, den Anlass für die Schaffung des hier betrachteten Reliefs im Pergamonmuseum (hier Abb. 1; Taf. 53-55) mit der Erneuerung des Tempels der Göttin Kybele/ Mater Magna auf dem Palatin durch Augustus42 in Verbindung zu bringen, der ihn nach einem Brand im Jahre 3 v. Chr. wieder aufbaute.

Augustus konnte geltend machen, daß sich sein Ahnherr Aeneas nach dem Brand Troías ins Heiligtum der Kybele43 geflüchtet hatte, weshalb die Römer44 die Göttin als ihrer aller Schutzpatronin auffassen konnten. Die Vertreter der oben genannten Adelsfamilien hätten dieser gleichsam `existentiellen´ Verbundenheit des Augustus mit der Göttin auch während der Republik nichts Gleichwertiges entgegensetzen können. Wenn unser Relief tatsächlich in augusteischer Zeit entstanden ist (wie auch ich glaube), wäre daher diese Themenwahl für einen Bauherrn auf dem Esquilin nur allzu verständlich gewesen, denn soweit wir urteilen können, lebten dort eine Reihe von prominenten Parteigängern des Octavian/ Augustus45 .

Andererseits verfaßte aber bereits Maecenas (gestorben 8 v. Chr.)46 , der ebenfalls dort wohnte, Galliamben, in denen Kybele (die er Cybebe nennt), Acheloos und die Nymphen eine Rolle spielen.

Falls hingegen Tiberius das Relief im Pergamonmuseum mit dem `Aufbruch der Göttin Kybele in Pessinus´ (hier Abb. 1; Taf. 53-55) in Auftrag gegeben haben sollte, kann man fragen, ob die Szene auf dem Altar der Claudia Synthyche, die das Wunder der Claudia Quinta47 zeigt, das Exzerpt eines verlorenen Teils des Frieses vom Esquilin darstellt, und ferner, ob sich eine Kopie dieses Frieses im Sebasteion48 in Pessinus befand49 .

Aus dem hier betrachteten Relief spricht das Lebensgefühl alter Adelsfamilien50 in Rom, die im Bildprogramm gut plazierter öffentlicher und privater Bauten ihre glorreiche Vergangenheit zur Schau stellten. Es liegt deshalb nahe anzunehmen, daß Kunstwerke, wie der hier betrachtete Fries (Abb. 1; Taf. 53-55), innerhalb einer Generation nicht nur von mehreren Familien, sondern, innerhalb dieser, auch von verschiedenen Persönlichkeiten, in Auftrag gegeben worden sein könnten. Der Eindruck, daß dieser spezielle Fries zu verschiedenen Familiengeschichten zu passen scheint, hängt dagegen mit seinem fragmentarischen Erhaltungszustand zusammen. Es scheint mir daher aufgrund des oben Gesagten vorerst unmöglich zu sein, nur zusätzlich gestützt auf die vage Fundortangabe „Esquilin“, sowie die Prämisse einer Entstehung des Reliefs in augusteischer Zeit, den Auftraggeber zu benennen (inzwischen schlage ich aber vor, dass Maecenas der Auftraggeber des Reliefs gewesen sein kann; vergleiche oben, Anm. 46). Falls das Funddatum und/oder der Erstbesitzer nach der Auffindung bekannt wären (was aber nicht der Fall ist), ließe sich möglicherweise auch der Fundort eingrenzen, und im Idealfall ein möglicher Auftraggeber bestimmen, vorausgesetzt, man könnte das Relief exakt datieren.

Hafner51 beschreitet methodisch einen anderen Weg, indem er über die Deutung der Darstellung, und der daraus abgeleiteten Datierung des Reliefs in augusteische Zeit, potentielle Auftraggeber in den entsprechenden Adelsfamilien sucht. Ich komme auf anderem Wege zu einem ähnlichen Datierungsvorschlag wie er, und beziehe den Fundort Esquilin in die Argumentation mit ein, woraus sich der von mir vorgestellte Personenkreis möglicher Auftraggeber ergibt. Dieser ist weiter gesteckt als bei Hafner, weil Stilmerkmale und einzelne der auf dem Relief erkennbaren Antiquaria für eine Entstehung in frühaugusteischer Zeit zu sprechen scheinen, andere dagegen für eine spätere Entstehung.

Eine meisterhafte Schilderung des sich im Berliner Relief manifestierenden Selbstverständnisses des römischen Adels findet sich bei Properz52 in seiner Elegie 4.11 auf Cornelia53 , die aus dem Grab über ihre vornehme Abstammung als von ihren „Häusern“ spricht. Leider gelingt es aber nicht, sie innerhalb der Familie der oben erwähnten Scipiones Africani zu identifizieren.


TAFELVERZEICHNIS


Taf. 53, 1. Staatliche Museen zu Berlin. Antikensammlung (Inv. Nr. Sk 955 a). Römisches Marmorrelief, Fragment a.

Taf. 53, 2. Wie Taf. 53, 1 (Detail). Der Steuermann im hinteren Boot.

Taf. 54, 1. Staatliche Museen zu Berlin. Antikensammlung (Inv. Nr. Sk 955 b). Römisches Marmorrelief, Fragment b.

Taf. 54, 2. Wie Taf. 54, 1 (Details). Die Dreiergruppe und der Römer.

Taf. 54, 3. Wie Taf. 54, 1. Detail des Römers.

Taf. 55, 1. Staatliche Museen zu Berlin. Antikensammlung (Inv. Nr. Sk 955 c). Römisches Marmorrelief, Fragment c.

Taf. 55, 2. Wie Taf. 55, 1. Menschenmenge.


B I L D N A C H W E I S


Abb. 1. Aus: Th. Schreiber, Die hellenistischen Reliefbilder (Leipzig 1894) Taf. 90. Taf. 53, 1.2: Staatliche Museen zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz (Inv. Nr. Sk 955 a). Neg.-Nr. N 1; N 3. Photos: Johannes Laurentius. Taf. 54, 1.3: Staatliche Museen zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz (Inv. Nr. Sk 955 b). Neg.-Nr. N 1; N 7. Photos: Johannes Laurentius. Taf. 55, 1. Staatliche Museen zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz (Inv. Nr. Sk 955 c). Neg.-Nr. N 1. Photo: Johannes Laurentius. Taf. 54, 2; 55, 2. Staatliche Museen zu Berlin. Preußischer Kulturbesitz (Inv. Nr. Sk 955). Neg.-Nr. 3183 D; 3185.




Verwendete Abkürzungen


Beard et al. =    M. Beard-J. North-S. Price, Religions of Rome I.II (Cambridge University Press 1998)

LAW =    Lexikon der Alten Welt (Zürich und Stuttgart: Artemis Verlag 1965).

LEXICON I-III =    E.M. Steinby (Hrsg.), Lexicon Topographicum Urbis Roma (Roma 1993-1996)

Naumann =     F. Naumann, Die Ikonographie der Kybele in der phrygischen und der griechischen Kunst, IstMitt Beiheft 29 (1983)

OCD 3 =     The Oxford Classical Dictionary3 (Oxford University Press 1996)

Devreker et al. =    J. Devreker-H. Thoen-F. Vermeulen, The Imperial Sanctuary at Pessinus and its Predecessors: A Revision, Anatolia Antiqua 3, 1995, 125-144


Anmerkungen

1 siehe zu dieser Kultübertragung: Naumann 283; Rezension: K. Reber, Gnomon 59, 1987, 338ff.; Patrizio Pensabene ("Magna Mater, Aedes", in: LEXICON III, 206: "Nel 205 a.C. arrivò a Roma il simulacro aniconico di Cibele (una pietra nera) da Pessinunte"); und Beard et al. II, 44, schreiben, dass das Kultbild der Kybele "from her shrine at Pessinus (in Phrygia) in 204 B.C." nach Rom überführt worden sei; vergleiche I, 91f., 96-97, mit Anm. 89. - Mein Dank gilt meiner guten Freundin Amanda Claridge (1949-2022), die mir dieses, für das Studium der hier betrachteten Themen sehr wichtige Werk, sofort nach Erscheinen, am 31. Juli 1998 geschickt hatte.

2 Beard et al. II, 96f. mit Anm. 89.

3 Übersetzung: W. Sontheimer.

4 Der Name der Göttin rührte daher, dass die Römer in ihr `die Patronin ihrer trojanischen Vorfahren sahen´ (so W. Fauth 1979; siehe für den Grund unten, Anm. 14); vergleiche Der Kleine Pauly 3 (1979), Sp. 388-389, s.v. Kybele (W. Fauth); Sp. 1074, s.v. Mater Magna (K. Ziegler).

5 Ziegler an angegebenem Ort hält Attalos I., Soter (König von Pergamon 241-197 v. Chr.), für den bei Livius Genannten; siehe zu diesem H. Volkmann, in: Der Kleine Pauly 1 (1979), Sp. 717-718, s.v. Attalos 4; OCD3, S. 211, s.v. Attalus I (R.M. Errington). Vergleiche zu König Attalos I. das Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 10.).

6 siehe zu diesem Schiffstyp: F. Kolb, Die Geschichte der Stadt in der Antike (München 1995) 153f. Seiner Ansicht nach sei dies der erste Beleg für zivile Schiffahrt tiberaufwärts nach Rom, da es sich um ein Handelsschiff gehandelt habe. Das ist nicht richtig: Quinqueremes waren Kriegsschiffe. Vergleiche für diesen Schiffstyp das Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 9.) und Punkt 10.). Vergleiche auch unten, Text zu Anm. 21, für einen anderen, den `liburnischen´ Kriegsschifftyp, der für eine Darstellung des Kybeleschiffs auf dem `Altar der Mater Magna und der Navisalvia´ gewählt wurde, abgebildet im Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 7.).

7 Im Zusammenhang dieser Kultüberführung werden die Bürger von Pessinus nur an dieser Stelle erwähnt.

8 cos. 191 v. Chr.; siehe OCD3, S. 399, s.v. Cornelius (RE 30) Scipio Nasica, Publius (J. Briscoe).

9 Erst im Jahre 180 v. Chr. wurden in der lex Villia annalis die Mindestalter für die Magistraturen festgelegt: Quästur 30 Jahre. siehe E. Meinhardt in: Helbig4 I (1963), zu Nr. 276.

10 OCD3, S. 399, s.v. Cornelius (RE 345) Scipio Calvus, Gnaeus (J. Briscoe).

11 OCD3, S. 398, s.v. Cornelius (RE 336) Scipio Africanus (the elder), Publius (J. Briscoe).

12 Scipio Africanus, Soldier and Polititian (1970) 169.

13 siehe dazu Beard et al. I, 97 mit Anm. 91.

14 siehe dazu P. Pensabene, in: LEXICON III, S. 206, s.v. Magna Mater, Aedes, mit Abb. 138-143.; vergleiche S. 206: "La scelta dell'area SO [sud-ovest] del Palatino, sede dei principali luoghi di culto legati alle mitiche origini di Roma (Roma Quadrata, Lupercal, casa Romuli), si spiega in quanto Cibele era stata protettrice di Enea, il quale si era rifugiato nel suo santuario del monte Ida dopo l'incendio di Troia [Hervorhebungen von mir]"; siehe oben, Anm. 4. Pensabene gibt für diese Information keine antiken Quellen an, er zitiert viel Literatur zu seinem Lexikonartikel, erwähnt aber nicht, welcher dieser Autoren dazu Stellung nimmt. Vergleiche für diese Geschichte: P. Grimal, "Aeneas", in: LAW, Sp. 49: "... Ae.[neas] erscheint bereits in der Ilias (20, 75 ff.), zeichnet sich im Kampf ... mehrfach aus, wenn er auch nicht zu den großen Helden gehört. Poseidon verspricht seinem Geschlecht die Oberherrschaft über die Troas (ebd. [ebenda] 306-308) - mögliche Anspielung auf eine damals in der Troas errichtete, aus Thrak.[ien] stammende Dynastie, zu deren Ehren auch der homerische Aphroditehymnus gedichtet wurde, der von der göttlichen Abstammung des Ae.[neas] von Anchises und der Göttin erzählt. Wahrscheinlich berichteten die Epen des Kyklos, wie Ae.[neas] nach dem Trojan.[ischen] Krieg Herrscher über den Ida, oder, nach Thrakien ausgewandert, Gründer der (historischen) Stadt Aineia geworden sei ... [Hervorhebungen von mir]". Vergleiche G. Knebel, "Kyklos, epischer, in: LAW, Sp. 1655: "zusammenfassende Bezeichnung antiker Grammtiker für die älteren Epen (außer Ilias, Odyssee und den Werken Hesiods), die den gesamten (Kyklos!) Sagenkreis von der Entstehung der Welt bis zum Tode des Odysseus (Proklos chr.) behandeln, dann, enger gefaßt (schol. Clem. Alex. protr. 2,30), den Stoff vor und nach dem in der Ilias dargestellten Geschehen ... [Hervorhebungen von mir]". Zu Aeneas, siehe auch unten, Anm. 20.

15 OCD3, S. 269, s.v. Caecilius (RE 97) Metellus Numidicus, Quintus. Er war der Vater des Metellus Pius; siehe zu diesem unten, Anm. 28.

16 Demnach reiste die Göttin (in Gestalt ihres Kultbildes) zusammen mit ihren Priestern (und Priesterinnen?) nach Rom; siehe Beard et al. I, 261: Während der Republik kamen ihre in Rom tätigen Priester und Priesterinnen aus Phrygien; II, 210: Zum zahlreichen männlichen und weiblichen Kultpersonal der Göttin.

17 Livius 29.14.12.

18 siehe zu allen diesbezüglichen Schriftquellen: Beard et al. II, 45f. mit Abb. Vergleiche auch das Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 7.).

19 Der Kleine Pauly 1 (1979), Sp. 1209-1210, s.v. Claudius 39, Claudia Quinta (H. G. Gundel).

20 H. v. Hesberg, ANRW II, 17, 2, 1984, S. 1032 ff.; Helbig4 II (1966), Nr. 1175 (Inv. Nr. MC 321; E. Simon; Dat.[ierung]: claudisch). Claudia Quinta ist auf diesem Altar als Statue dargestellt (!). Nach Ovid (fast. 4.273ff.) war ja das Kultbild der Kybele aus ihrem Heiligtum auf dem Berg Ida von dort aus mit dem eigenen Schiff der Göttin nach Rom gereist. Das heilige Schiff der Kybele, das hier als Navis Salvia bezeichnet wird, und dem, gemeinsam mit Kybele, der Altar geweiht war, bestand, laut Ovid (fast. 4.273ff.), aus den Kiefern des Berges Ida bei Troia, die bereits zum Bau der Flotte des Aeneas gedient hatten; vergleiche hierzu auch Vergil (Aeneis 3,5-6.10-14; 9,77-106), der hinzufügt, dass der Göttin Kybele des Heiligtums auf dem Berg Ida diese Kiefern heilig gewesen seien. Siehe hierzu auch das Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 7.) Punkt 8.), Punkt 9.) und zu Punkt 10.).

21 "The Liburnian: some observations and insights", The International Journal of Nautical Archaeology 26.3, 1997, 192-216, besonders S. 192; S. 194 Abb. 2,1 mit Anm. 14 (zu dem erwähnten Altar mit Darstellung der Claudia Quinta). Ich verdanke Gisela Hellenkemper den Hinweis auf diesen Aufsatz; und Olaf Höckman war so freundlich, mir einen Sonderdruck seines Aufsatzes zu schicken. Vergleiche das Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 7.), zu Punkt 9.) und zu Punkt 10.).

22 siehe oben, Anm. 6.

23 Übersetzung: W. Gerlach.

24 CIL XV 7550; SVLPICIAE C F TRIARIAE.

25 so W. Eck, in: LEXICON II (1995), S. 183, s.v. Domus: Sulpicia Triaria; dagegen: Ch. Bruun, JRA 10, 1997, 389-398, besonders 396-398; vergleiche Häuber, "... endlich lebe ich wie ein Mensch. Zu domus, horti und villae in Rom", in: G. Hellenkemper Salies et al., Das Wrack. Der antike Schiffsfund von Mahdia II (Köln 1994), S. 916.

26 Häuber, KölnJb 23, 1990, 43-59, besonders 51 mit Anm. 117; M. de Vos, Il tempio di Iside in Via Labicana a Roma, in: A. Mastrocinque (Hrsg.), I Grandi Santuari della Grecia e l'Occidente, 12.3.1991, Dipartimento di Scienze Filologiche e Storiche (Trento 1993) 81-93 Abb. 1-6; Häuber, AJA 97, 1993, 308 (Abstract); M. de Vos, Aegyptiaca Romana, PP 49, 1994, 130-159; de Vos, in: LEXICON III (1996), S. 110-112, s.v. Iseum Metellinum (Regio III); Häuber, in: M. Cima - E. La Rocca (eds.), Horti Romani. Ideologia e autorappresentazione, 6. Suppl. BullCom (1998) 83-112, bes. Anm. 63, 135f., 142; Häuber, in: W.F. Jashemski, The Gardens of the Roman Empire I (mit kompletter Bibliographie) (im Druck [dieser Text ist nicht erschienen]). - Dieses Manuskript habe ich inzwischen in veränderter und wesentlich erweiterter Form publiziert, in: Häuber (The Eastern Part of the Mons Oppius in Rome. The Sanctuary of Isis et Serapis in Regio III ..., 22. Suppl. BullCom, 2014); siehe auch das Update zu diesem Text, 2026c, zu Punkt 5.) und zu Punkt 6.). Vergleiche unten, Anm. 34.

27 siehe zur Lage Häuber 1990, Karte 1 (I-J 7-8 [vergleiche unsere im Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 5.), abgebildete Karte]).

28 so zuerst F. Coarelli, in: EPRO 92 (1982) 55-57 (inzwischen wissen wir aber, dass Coarellis diesbezügliche Behauptung auf einem Irrtum beruhte; vergleiche unten, Anm. 34); siehe OCD3, S. 269-270, s.v. Caecilius (RE 98) Metellus Pius, Quintus. Er war der Sohn des Q. Caecilius Metellus Numidicus (siehe oben Anm. 15), den wir bereits als Erneuerer des Tempels der Mater Magna auf dem Palatin kennengelernt haben.

29 siehe OCD3, S. 270, s.v. Caecilius (RE 99) Metellus Pius Scipio, Quintus (G.E.F. Chilver; E. Badian). Er war der fünfte (und letzte) Schwiegervater des Pompeius magnus. Im Jahre 49 v. Chr. erhielt er vom Senat Syrien als Provinz zugesprochen. Caesar äußerte sich über seine dortige Tätigkeit negativ (BC 4.3.31-33). Cicero erwähnt seine verdienten Vorfahren (Brut. 212f.), wirft ihm aber vor, daß er in der Geschichte der eigenen Familie nicht bewandert sei (Att. 6.1.17).

30 siehe E. Papi, in: LEXICON II (1995), S. 158, s.v. Domus: P. Plautius Hypsaeus. Diese Domus kann man leider nicht lokalisieren.

31 siehe zum historischen Hintergrund: W. Nippel, Aufruhr und `Polizei' in der römischen Republik (Stuttgart 1988) 128-144, bes. 131, 134, 141.

32 Falls Metellus Scipio von Metellus Pius erst testamentarisch adoptiert worden sein sollte, was Chilver und Badian an angegebenem Ort (siehe oben Anm. 29) für möglich halten, wäre dies immerhin theoretisch vorstellbar.

33 siehe dazu LEXICON III (1996), S. 70-74, s.v. Horti Maecenatis mit Abb. 42; 43 (Häuber); S. 74-75, s.v. Horti Maecenatis. “Auditorium” ( M. de Vos).

34 Wir wissen nicht, was zur Zeit des Augustus (beziehungsweise des Maecenas!) und des Tiberius mit dem Isium Metellinum geschah; siehe zum Problem die oben, unter Anm. 26 zitierte Literatur. - Inzwischen wissen wir aber, dass das Isium Metellinum nicht von Metellus Pius gegründet worden sein kann; außerdem gehe ich davon aus, dass sich das Isium Metellinum nicht auf dem Mons Oppius, sondern auf dem Caelius befand, und dass das Heiligtum Isis et Serapis auf dem Oppius erst unter Nero gegründet worden ist; vergleiche dazu Häuber (2014), zusammengefasst im Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 5.).

35 siehe Devreker et al. Abb. 1 (Übersichtsplan der Ausgrabungen in Pessinus); S. 143: der `Theatertempelkomplex' (das Sebasteion) wurde zwischen 25 und 35 n. Chr. erbaut, die Temenosmauer in der 2. Hälfte des 1. Jhs. n. Chr. vollendet. Vergleiche zum `Theatertempelkomplex´/ Sebasteion in Pessinus jetzt das Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 10.), sowie unten, Anm. 49.

36 Devreker et al. 135: "Commonsense dictates that this important religious precinct [der Kybeletempel] was probably located not far from this focal site".

37 siehe F. Vermeulen, "Geoarchaeology and the classical landscape of central Anatolia: New methods of investigation in field survey", in: R.F. Docter - E.M. Moormann (eds.), Proceedings of the XVth International Congress of Classical Archaeology, Amsterdam, July 12-17, 1998 (Amsterdam 1998, 438-441).

38 siehe zu diesem Devreker et al. 125-127 (Quellen).

39 siehe Naumann 200.

40 "A Computer-Aided Geo-Archaeological Survey of the Classical Landscape of Central Anatolia", Manuskript S. 3, now published in: J.A. Barceló, I. Briz and A. Vila (eds.), New Techniques for Old Times, CAA 98 (Computer Applications and Quantitative Methods in Archaeology) Proceedings of the 26th Conference, Barcelona, March 1998 (BAR International Series 757), Archaeopress, Oxford 1999, S. 275-282; das Zitat befindet sich auf S. 276; vergleiche J. Devreker-F. Vermeulen, Phrygians in the Neighbourhood of Pessinus (Turkey), in: H. Thoen et al. (Hrsg.), Liber Amicorum Jacques A.E. Nenquin: Studia Archaeologica (Gent 1991) S. 109-117.

41 Falls es korrekt sein sollte, daß die Mädchen der Dreiergruppe auf Fragment b des Berliner Reliefs (hier Taf. 54) Nymphen darstellen, kann man fragen, ob in Pessinus ein gemeinsamer Kult für Kybele und die Nymphen existiert hat. Diese Kultgemeinschaft liegt nahe, weil, wie Naumann 199 feststellt, diese die Natur beherrschenden Göttinnen demselben Lebensbereich zugeordnet sind. Im Falle des neben einer Quelle befindlichen Felsbildes am Sipylos nimmt Naumann 20-22 an, daß ursprünglich nicht Kybele gemeint war, später dort aber eine Verschmelzung von Nymphen- und Kybelekult stattgefunden haben könne; S. 22 mit Anm. 51, S. 178f., 199f., 224f.; vergleiche S. 391, s.v. Nymphe.

42 So erklären zum Beispiel Pensabene und R. Sanzi di Mino die Entstehung der Terrecottaantefixe mit Darstellung des Kybeleschiffs; vergleiche Museo Nazionale Romano, Le Terrecotte III,1 (Roma 1983) 310ff. zu Nr. 966ff. Taf. 144, "Antefisse dal contorno ondulato: Cibele su nave".

43 siehe zu den Schriftquellen ausführlich Pensabene an angegebenem Ort (siehe oben Anm. 14; dort habe ich Pensabenes Text zu dieser Geschichte über Aeneas wörtlich zitiert).

44 siehe oben Anm. 4. So auch Pensabene (siehe oben Anm. 14).

45 siehe T.P. Wiseman, Talking to Vergil. A Miscellany (University of Exeter Press 1992) 71-77; Häuber (1994; siehe oben, Anm. 25, S. 912, mit Anm. 36-41).

46 siehe OCD3, S. 907-908, s.v. Maecenas, Gaius (J. Glucker); E. Courtney, The Fragmentary Latin Poets (Oxford 1993) 276-281. Maecenas war natürlich nicht nur Parteigänger des Octavian/ Augustus, sondern auch einer seiner besten Freunde. Inzwischen schlage ich im Update zu diesem Text; vergleiche Häuber 2026c, in Punkt 8.) vor, dass (theoretisch) Maecenas das Berliner Relief (hier Abb. 1; Taf. 53-55) für die Domus 55a-d, im `privaten´ Bereich seiner Horti, in Auftrag gegeben haben könnte; möglicherweise sogar für den kostbar ausgestatteten Raum, den er meiner Meinung nach für die Laokoongruppe in Auftrag gegeben hatte, und in dem, wie ich ferner vorschlage, Maecenas einen privaten Kult für seinen Freund Octavian/ Augustus eingerichtet hatte.

47 siehe oben, Anm. 19f. In einem solchen Fall wäre Claudia Quinta natürlich nicht als Statue dargestellt worden.

48 siehe zu diesem oben, Anm. 35.

49 oder vielmehr dieser Fries eine Kopie des Originals in Pessinus darstellte? In diesem Fall wäre der Fries in Berlin aber in tiberischer Zeit entstanden. - Siehe aber jetzt das Update zu diesem Text, Häuber 2026c, zu Punkt 10.): Inzwischen wird der Theatertempelkomplex in Pessinus, das Sebasteion, aber spätaugusteisch datiert, es kann aber sein, dass er erst in den ersten fünf Regierungsjahren des Tiberius eingeweiht worden ist; vergleiche A. Verlinde (2015, 49-52).

50 G. Hafner, "Die Ankunft des Asklepios-Schiffes in Ostia (292 v.u.Z. [vor unserer Zeit])", FuB 28, 1990, 65-70, Abb. 1-4, besonders 68ff., hält aufgrund seiner Deutung des Reliefs Q. Fabius Maximus (Nachkomme der Paulli, Maximi und Africani, siehe Der Kleine Pauly 2 (1979), Sp. 492, s.v. Fabius I.32, H.G. Gundel) für einen möglichen Auftraggeber des Berliner Reliefs. Dieser war im Jahre 57 v. Chr. mit dem oben erwähnten Q. Metellus Scipio (siehe oben Anm. 29) zusammen curulischer Aedil; siehe zu den Ansprüchen und Bauten der patrizischen Aemilii, Fabii und Cornelii: T.P. Wiseman , "Rome and the resplendent Aemilii", in: H.D. Jocelyn (Hrsg.), Tria Lustra: Essays and notes presented to John Pinsent (Liverpool Classical Papers No. 3, 1993, 181-192; S. 192: Stemma der drei miteinander verwandten Familien).

51 Hafner (1990, 69f.).

52 siehe OCD3, S. 1258-1259, s.v. Propertius, Sextus (geboren zwischen 54 und 47 v. Chr., gestorben vor 2 v. Chr.) (R.O.A.M. Lyne).

53 siehe Wiseman (siehe oben Anm. 50) an angegebenem Ort: Stemma S. 192.





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