in
Abhängigkeit vom Verlauf der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius
und Caelius
von Chrystina Häuber
Dieser Text ist ein Ergebnis meiner in Häuber (2026c) vorgelegten Forschungen. Sie haben mich erkennen lassen, dass es an der Zeit ist, die Lokalisierungsvorschläge für diese beiden Toponyme erneut zu diskutieren.
Das nehme ich zum Anlass, im Folgenden die von Carlo Pavolini (2016) diskutierten Lokalisierungen der Porta Caelimontana und des Campus Caelemontanus vorzustellen; dabei folgt Pavolini mit seinen eigenen Lokalisierungen der Porta Caelimontana und des Campus Caelemontanus den diesbezüglichen Vorschlägen von Antonio Maria Colini (1944). Diese Forschungsergebnisse Pavolinis vergleichen wir dann mit unseren eigenen Hypothesen. Auch wir folgen Colinis Identifizierung des Campus Caelemontanus, lokalisieren die Porta Caelimontana aber an anderer Stelle als Colini. Das hängt damit zusammen, dass wir seit unserem Buch Häuber und Schütz (2004) in mehreren Publikationen die Rekonstruktion Gösta Säflunds (1932) des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer des Mons Oppius widerlegt haben; an Säflunds diesbezügliche Rekonstruktion der Stadtmauer hat dann Colini (1944) seine Rekonstruktion der Stadtmauer auf dem Caelius `angefügt´, die wir in diesen Publikationen gleichfalls widerlegt haben. Dabei halten Franz Xaver Schütz und ich unsere diesbezüglichen Vorschläge nach wie vor für korrekt. Siehe Häuber (2014), sowie unsere hier abgebildeten Karten vom Mons Oppius und vom Mons Caelius; hierbei handelt es sich um Ausschnitte aus unseren in Häuber (2014) publizierten Karten Map 3 und Map 7.
Um Carlo Pavolinis (2016) diesbezügliche Auffassung zu präsentieren, zitiere ich im Folgenden die entsprechende Textpassagen aus Häuber 2026c:
``Unmittelbar anschliessend fasst Roberta Alteri ("Magna Mater nella topografia di Roma e del Suburbio", 2025, pp. 132-134) die Forschungsgeschichte zum Gebäude Basilica Hilariana auf dem Caelius zusammen (Hervorhebung von mir).
Danach diskutiert Alteri (2025, pp. 134-136) die Tatsache, dass das Toponym "Arbor Sancta" in den Constantinischen Regionskatalogen für die augusteische Regio II aufgeführt wird.
Vergleiche für die von Alteri (2025, pp. 134-136) in der folgenden Textpassage genannten Gebäude und Toponyme unsere unten abgebildete Karte vom Mons Caelius, auf der alle diese Gebäude und Toponyme lokalisiert worden sind; hierbei handelt es sich um einen Ausschnitt der Karten von Franz Xaver Schütz und mir aus: Häuber (2014, Map 3 und Map 7):
"Un dato di particolare interesse è la possibilità di identificare la sede del collegio dei dendrofori [das heisst, die Basilica Hilariana] con il toponimo Arbor Sancta, menzionato nei Cataloghi Regionari del IV sec.[olo] d.C., nella Regio II (Caelimontium), insieme ai castra Peregrina e a Caput Africae [pagina 135; pagina 136] e collegare l'attribuzione di questo nome al pinus [das heisst: die Kiefer] ritualmente venerato nel cortile della Basilica, coltivato forse in una sorta di sacello/aiuola [mit Anm. 178]. Questa pianta sacra veniva forse dal vicino Campus Caelemontanus che rappresentava la sede degli hymnologi [mit Anm. 179], noti da iscrizioni sepolcrali romane e collegati anch'essi al culto di Cibele [mit Anm. 180; Hervorhebung von mir".
In ihrer Anm. 179, schreibt Alteri: "GRAILLOT 1912, pp. 254-255. Sulla funzione di questi personaggi: PAVOLINI 2015-16; ID. 2016".
In ihrer Anm. 180, schreibt sie: "CIL VI, 9475 = CCCA III, II. n. 299; CIL VI, 32444; cfr. p. 3826 = CCCA III, II. n. 298; AE 1976, 13 (ora al Museo Nazionale Romano), relativa a A. Aurelius Secundinus, gymnoeg(us) (!) M(atris) D(eum) Mag(nae) Idaeae Palatin(a)e (III sec.[olo], prima metà)".
Roberta Alteri (2025, p. 136) erwähnt in der oben zitierten Textpassage, im Zusammenhang ihrer Diskussion der Basilica Hilariana, dass die in diesem Gebäude kultisch verehrte Pflanze (eine Kiefer), "... veniva forse dal vicino Campus Caelemontanus". Mit dieser Bemerkung zur Lage des Campus Caelemontanus folgt Alteri Carlo Pavolini (2016), dessen diesbezüglichen Hypothesen zur Porta Caelimontana und zum Campus Caelemontanus ich mich aber, wie wir gleich sehen werden, nicht in allen Details anschliesse.
Ausserdem enthält diese Bemerkung Roberta Alteris (2025, p. 136) einen Hinweis auf den Vorschlag Pavolinis (2016, pp. 346-347), dass sich auf dem Campus Caelemontanus ein Heiliger Hain mit Kiefern des Attis befunden habe.
Hierzu zitiert Alteri (2025, p. 136, Anm. 179) Publikationen von Pavolini, in denen er sich mit den drei in stadtrömischen Grabinschriften genannten Hymnologen beschäftigt, die unter anderem im Kult der Kybele und des Attis tätig gewesen sind. Wie Pavolini selbst mitteilt (2016, p. 337, in seiner Anm. *), hat er sich diesen Hymnologen besonders in einer weiteren Publikation (Pavolini 2015) gewidmet; in diesem Kontext kann ich auf dieses hochinteressante Thema - die im Kult der Mater Magna aufgeführte Musik - aber leider nicht eingehen.
Ausgangspunkt von Pavolinis (2016, pp. 338-346) eigenen Recherchen zum Campus Caelemontanus ist die stadtrömische Grabinschrift des Tiberius Claudius Glyptus (CIL VI, 9475), der in dieser Inschrift als "hymnologus de campo Caelemontano" bezeichnet wird; vergleiche Pavolini (2016, p. 343); interessanterweise ist das der einzig bekannte Beleg für das Toponym `campus Caelemontanus´; vergleiche Pavolini (2016, p. 345 mit Anm. 31).
Pavolini (2016, pp. 338-347) zitiert und diskutiert diese Inschrift; ihr Fundort ist unbekannt, sie wurde 1882 im CIL veröffentlicht und ist heute verschollen.
Dieser Tiberius Claudius Glyptus wird in seiner Grabinschrift als `hymnologus´ bezeichnet, im Unterschied zu den beiden übrigen bislang bekannten stadtrömischen Grabinschriften für Hymnologen (vergleiche die oben zitierte Textpassage aus Alteri 2025, p. 136, mit Anm. 180), die ausdrücklich beide als im Kult der Mater Magna tätig beschrieben werden (bei einem dieser beiden Hymnologen wird zusätzlich noch der Kult des Attis genannt), erfahren wir im Fall unseres Glyptus aber nicht, zum Kult welcher Gottheit er gehört hat.
Um das Ergebnis seiner Studie gleich vorwegzunehmen, schliesst sich Pavolini (2016, pp. 346-347), nach ausführlicher Diskussion dieser Frage, nicht ganz der Meinung Filippo Coarellis (1997-1998) an, der (damals) der Rekonstruktion Colinis (1944) der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius folgend, den Campus Caelemontanus im Bereich der ehemaligen Villa Casali, dem Ospedale Militare del Celio annahm, das heisst, in unmittelbarer Nähe des Arcus Dolabellae et Silani (den Coarelli 1997-1998, Colini 1944 folgend, für den Standort der Porta Caelimontana hielt). Nach Coarellis Ansicht war dieser Glyptus deshalb als Hymnologe der Basilica Hilariana assoziiert, und somit ebenfalls, wie die beiden anderen uns bekannten Hymnologen in Rom, im Kult der Mater Magna und des Attis tätig.
Auch Pavolini (2016, pp. 344-347, mit Fig. 4: Ein Plan Colinis vom Caelius) folgt Colinis (1944) Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius, und lokalisiert ebenfalls, wie Colini (1944) und Coarelli (1997-1998), die Porta Caelimontana am Standort des Arcus Dolabellae et Silani. Ausserdem folgt Pavolini (2016, pp. 346-347) Coarelli (1997-1998) in der Annahme, dass der Hymnologe Glyptus in der Basilica Hilariana dem Kult des Attis und der Kybele verbunden gewesen ist. Nach Ansicht Pavolinis war unser Glyptus aber ausserdem auf dem Campus Caelemontanus tätig, der, wie Pavolini (2016, p. 346) schreibt, nach der "ipotesi più verosimile" von Colini (1944) mit der Piazza di S. Giovanni in Laterano identifiziert werden könne.
Pavolini (2016, pp. 346-347) nimmt auf dem Campus Caelemontanus eine "pineta sacra", oder einen "lucus" (einen Heiligen Hain) mit Kiefern des Attis an, und schlägt vor, dass unser Hymnologe Glyptus dort als Sänger beschäftigt gewesen sei. In diesem, dem Attis heiligen Kiefernhain, hätten an jedem 22. März eines Jahres die dendrophori der Basilica Hilariana eine dieser Kiefern geschlagen, um diese dann an diesem Tag, in ihrer feierlichen Prozession `Arbor intrat´ auf den Palatin, zum Tempel der Mater Magna, zu tragen.
Wenden wir uns nun Pavolinis Erkenntnissen im Detail zu.
Auch Pavolini (2016, p. 345) folgt Colini (1944) darin, die Porta Caelimontana in der Servianischen Stadtmauer am Standort des Arcus Dolabellae et Silani auf dem Caelius anzunehmen. Gleichzeitig folgt Pavolini (2016, p. 345, mit Anm. 33) dem Vorschlag Colinis (1944, pp. 74-75, 411 mit Anm. 9), Campus Caelemontanus und Campus Martialis als synonyme Begriffe aufzufassen, und diesen Platz "non lontano dalla regione lateranense (Fig. 4)" anzunehmen; Pavolini (2016, 344, Fig. 4) bildet auch einen Plan Colinis vom Caelius ab: "Pianta del Celio nell'antichità (da Colini 1944, tav. XXIV)"; vergleiche die Beschriftungen: PORTA CAELEMONTANA ARCVS DOLABELLAE ET SILANI; CAMPVS MARTIALIS CAELEMONTANVS.
Pavolini (2016, p. 345, mit Anm. 34-36) nennt einige Gelehrte (zu denen auch er selbst gehört: Anm. 36: "Palazzo-Pavolini 2013, 473"), die dem Vorschlag Colinis (1944) bezüglich seiner Identifizierung des Campus Caelemontanus mit dem Campus Martialis, und dieses Platzes mit der Piazza di S. Giovanni in Laterano, gefolgt sind. Ausserdem erwähnt Pavolini (2016, p. 345, mit Anm. 37) Filippo Coarellis (1997-1998, p. 213) alternativen Lokalisierungsvorschlag für den Campus Caelemontanus :
"... mentre Filippo Coarelli [mit Anm. 37] - riprendendo alcune considerazioni già formulate da Antonio Nibby e da Giuseppe Lugli - ha proposto invece di localizzare il campus [Caelemontanus] nella zona dell'Ospedale Militare (già Villa Casali), effettivamente più vicina alla Porta Caelimontana [Hervorhebung von mir]".
Bezüglich Coarellis (1997-1998) Vorschlag, wo unser Hymnologe Glyptus beschäftigt gewesen sein mag, schreibt Pavolini (2016, pp. 345-346):
"Peraltro, questa duplicità di interpretazioni relativamente all'ubicazione dell'enigmatico campus [Caelemontanus] condiziona inevitabilmente anche le congetture sulla sfera d'azione di Glyptus (hymnologus de Campo Caelemontano, appunto). Filippo Coarelli ... [mit Anm. 39] dà intanto per scontato che il personaggio fosse un cantore addetto ai sacra di Cibele e Attis [Seite 346] ... in secondo luogo - coerentemente con la propra ipotesi che il sito del campus [Caelemontanus] vada ricercato nell'area di Villa Casali e dell'Ospedale Militare - ritiene che l'attività del Glyptus venisse espletata o nella basilica Hilariana, o nel complesso di cui questa faceva parte [mit Anm. 40]".
Schliesslich begründet Pavolini (2016, pp. 346-347), warum er dem Vorschlag Coarellis (1997-1998) nur bezüglich der Vorstellung gefolgt ist, dass der Hymnologe Glyptus in der Basilica Hilariana tätig gewesen sei. Im Unterschied zu Coarelli (1997-1998), aber ebenso wie Colini (1944), identifiziert Pavolini nämlich den Campus Caelemontanus (Martialis) mit der Piazza di S. Giovanni in Laterano. Deshalb glaubt Pavolini, dass unser Glyptus überdies am Campus Caelemontanus oder in dessen Nähe beschäftigt war, und zwar im Heiligen Kiefernhain des Attis, den Pavolini dort annimmt.
Bei seiner Argumentation, die ich oben zitiert habe, übersieht Pavolini (2016, pp. 345-346), dass Franz Xaver Schütz und ich (seit 2004; vergleiche Häuber 2014, und hier unsere Karten vom Mons Oppius und vom Mons Caelius) sowohl Colinis (1944) Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius, als auch die Lokalisierung Colinis (1944) der Porta Caelimontana beim Arcus Dolabellae et Silani widerlegt haben; sowie, dass ich in Häuber (2005, S. 14-15) dem Vorschlag Coarellis widersprochen habe, den Campus Caelemontanus in unmittelbarer Nähe der (angeblichen) Porta Caelimontana/ dem Arcus Dolabellae et Silani zu lokalisieren (siehe dazu unten, zu Punkt V.), dort wörtlich zitiert).
Filippo Coarelli hat seit Oktober 1980 meine Romforschungen sehr intensiv unterstützt, die in Häuber (2014) zusammengefasst sind.
Wie oben gesagt, war Coarelli (1997-1998) Colinis (1944) Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius gefolgt, und hatte den Campus Caelemontanus in unmittelbarer Nähe des (angeblichen) Standortes der Porta Caelimontana beim Arcus Dolabellae et Silani lokalisiert. Im Unterschied zu dieser früheren Auffassung, stimmt Coarelli inzwischen aber der Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und auf dem Caelius von Franz Xaver Schütz und mir zu, einschliesslich unserer Lokalisierungen der Porta Caelimontana und des Campus Caelemontanus.
Dabei unterscheidet sich unsere Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer erheblich von den diesbezüglichen Rekonstruktionen von Gösta Säflund (1932) und Antonio Maria Colini (1944); siehe dazu unten, zu Punkt II.).
Coarelli und T.P. Wiseman, der meine Romforschungen seit Januar 1984 sehr unterstützt, und der ebenfalls unsere Rekonstruktion der Stadtmauer auf dem Oppius und Caelius gutheisst; vergleiche Wiseman (2021, p. 12 mit Anm. 19; siehe dazu unten, zu Punkt IV.)), waren nämlich eingeladen worden, bei der Vorstellung meines Buches (2014) am 23. Oktober 2014 im Konservatorenpalast Stellungnahmen zu dieser Publikation abzugeben.
Bei dieser Gelegenheit haben sowohl Coarelli als auch Wiseman gesagt, dass sie unserer Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und auf dem Caelius folgen. Vergleiche online unter: https://FORTVNA-research.org/haeuber/Buchvorstellung_Haeuber_2014_Rom.html
Pavolini (2016) hat in diesem Text und in seinem Aufsatz (2025, den ich in Häuber 2026c ebenfalls diskutiere), sowie in seinen früheren Publikationen (zum Beispiel in Pavolini 2006) übersehen, dass auch Franz Xaver Schütz und ich Colinis (1944) Vorschlägen gefolgt sind, die Begriffe Campus Caelemontanus und Campus Martialis für Synonyme zu halten, und den Campus Caelemontanus mit der Piazza di S. Giovanni in Laterano zu identifizieren.
Und das, obwohl wir beim 17th International Congress of Classical Archaeology, Rome 22-26 Sept.[ember] 2008, unseren Verlauf der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und Caelius vorgestellt haben, und zwar am 23. September 2008, in der von Carlo Pavolini geleiteten "Session 3D. Oriental Cults at Rome". Das Thema unseres Vortrages lautete: "The Temple of Isis et Serapis in Regio III in Rome". Vergleiche unseren gedruckten Beitrag: Häuber und Schütz (2010, S. 85-86, mit Anm. 21-42, Fig. 1 [unsere Karte], zu unserer neuen Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer).
Wie auch unser Beispiel zeigt, hängt die Lokalisierung der beiden Toponyme Porta Caelimontana und Campus Caelemontanus natürlich engstens mit der Vorstellung des jeweilen Gelehrten zusammen, wie er oder sie im fraglichen Stadtteil Roms den Verlauf der Servianischen Stadtmauer rekonstruiert.
Im Unterschied zu Colini (1944) selbst, Pavolini und einem weiteren der Gelehrten, die nach Pavolini (2016, p. 345, mit Anm. 34-36) Colinis Vorschlag zugestimmt haben - die Begriffe Campus Caelemontanus und Campus Martialis für Synonyme zu halten, und den Campus Caelemontanus mit der Piazza di S. Giovanni in Laterano zu identifizieren - ist es Franz Xaver Schütz und mir gelungen, Colinis diesbezüglichen Vorschlag auch bewiesen zu haben.
Vergleiche hierzu ausserdem unsere folgenden Publikationen:
Häuber und Schütz (2004, S. 91-93, mit Anm. 98, 104-106; mit Hinweis auf ein Buch von `Häuber in Druckvorbereitung´, das als Häuber 2014 erscheinen sollte); Häuber (2005, S. 14-15, Anm. 29, mit unserer Karte auf Abb. 1); Häuber und Schütz (2006, S. 255, 258, mit Anm. 1, Abb. 1); sowie Häuber (2014, S. 251-289, besonders S. 276, mit Anm. 239, 240, 242 [unten, in Punkt V.), wörtlich zitiert], mit unseren Karten Map 3 und Map 7; vergleiche hier unsere Karten vom MonsOppius und vom Mons Caelius). All das werde ich im folgenden Text darlegen.
Den entsprechenden Beweis kannte jedoch vor Franz Xaver Schütz und mir bereits Carlo Buzzetti ("Campus Caelemontanus", in: LTUR I [1993], S. 218, Fig. 115), den Pavolini (2016, p. 345, Anm. 34) in seiner Aufzählung der entsprechenden Gelehrten auch selbst erwähnt hat; siehe dazu unten, zu Punkt V.).
Und wie ich erst jetzt in Häuber (2005, S. 15, mit Anm. 29) wiedergefunden habe, war das alles - natürlich - bereits Samual Ball Platner und Thomas Ashby klar gewesen (1929; 2002, p. 90 s.v. Campus Caelemontanus, sowie p. 94, s.v. Campus Martialis) (!); siehe unten, zu Punkt V.).
Wie oben angedeutet, kommt aber noch ein weiteres Problem hinzu
Pavolini (2016) hält seine Lokalisierung der Porta Caelimontana am Standort des Arcus Dolabellae et Silani deshalb für möglich, weil er (unkritisch) der Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius von Antonio Maria Colini (1944) gefolgt ist.
Pavolini hat weder in seinem Buch (Archeologia e topografia della Regione II (Celio). Un aggiornamento sessant‘anni dopo Colini, 2006), noch in seinen Aufsätzen (1993, 2000, 2016; 2025) selbst nachgeforscht, ob die Grundlagen verlässlich sind, auf deren Basis Colini (1944) zu seiner Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius gekommen war.
Bedauerlicherweise hatte Colini (1944) seinerseits (unkritisch) die Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer des Mons Oppius von Säflund (1932) `übernommen´.
Bei Säflund (1932) erreicht die Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer des Mons Oppius die moderne Via Labicana in der Nähe von S. Clemente auf dem Caelius; den weiteren Verlauf der Stadtmauer auf dem Caelius hat Colini (1944) dann unmittelbar an Säflunds Rekonstruktion `angefügt´.
Und das, obwohl Colini selbst zugegeben hat, dass seine Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf der ganzen Strecke über den Caelius, von der Kirche SS. Quattro Coronati an bis zum Arcus Dolabellae et Silani, durch keinerlei archäologische Befunde bestätigt werde.
Trotzdem ist Pavolini (1993; 2000; 2006) auch schon in früheren Publikationen Colinis (1944) Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius gefolgt.
Das alles (einschliesslich Pavolini 1993; 2000; 2006) habe ich ausführlich diskutiert in: Häuber (2014, S. 258-274: "The Servian wall between Via Ruggero Bonghi and the Arcus Dolabellae et Silani").
Im Folgenden zitiere ich die oben bereits erwähnte Passage zu Colinis diesbezüglichen Forschungen auf dem Caelius aus Häuber (2014, S. 272) verbatim:
"It is also worth while to remember that Colini was unable to find any traces of the Servian wall on the line across the Caelian, where he assumed its course (i.e. between the church of SS. Quattro Coronati and the Porta Caelimontana?/ Arcus Dolabellae et Silani [mit Anm. 200; Hervorhebung von mir]) ...".
In meiner Anm. 200 schreibe ich: "Colini 1944, p. 32".
Wie Franz Xaver Schütz und ich (Häuber und Schütz 2004; Häuber 2005; Häuber und Schütz 2006; Häuber und Schütz 2010; Häuber 2014) im Zusammenhang unserer Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Mons Oppius nachgewiesen haben, war Säflunds Rekonstruktion auf dem Südostausläufer des Mons Oppius aber leider nicht korrekt (siehe dazu unten, sowie zu Punkt II.)).
Pavolinis (2016, p. 344, Fig. 4, p. 345) von Colini (1944) übernommener Standort seiner Porta Caelimontana beim Arcus Dolabellae et Silani ist unmöglich: Der Arcus Dolabellae et Silani und die Piazza di S. Giovanni in Laterano/ Der Campus Caelemontanus (Martialis), sind, in Luftlinie gemessen, circa 630 m voneinander entfernt; vergleiche Häuber (2005, S. 15).
Aus folgendem Grund kann deshalb die Porta Caelimontana nicht dort gestanden haben, wo sich der Arcus Dolabellae et Silani befindet: Denn da der Campus Viminalis und der Campus Esquilinus unmittelbar ausserhalb der Porta Viminalis, beziehungsweise unmittelbar ausserhalb der Porta Esquilina lagen, ist das analog auch für das Toponym-Paar `Campus Caelemontanus und Porta Caelimontana´ vorauszusetzen .
Um die hier formulierten Behauptungen zu begründen, haben Franz Xaver Schütz und ich beschlossen, jetzt auch das entsprechende, überarbeitete Kapitel aus Häuber (2014) komplett auf unserem Webserver zu publizieren, in dem die von Franz Xaver Schütz und mir erstmals (2004) vorgelegte Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und dem Caelius im Detail erklärt wird.
Vergleiche für unsere erste diesbezügliche Rekonstruktion der Stadtmauer die folgenden Publikationen: Häuber und Schütz (2004, S. 65, Abb. II.3., S. 67, Abb. II.4, S. 75, Abb. II.7, S. 85, Abb. II.13, S. 88, Abb. II.15, S. 91, Abb. II.16; S. 91-93, mit Anm. 98, 104-106; mit Hinweis auf ein Buch von `Häuber in Druckvorbereitung´, das als Häuber 2014 erscheinen sollte; siehe unten). Vergleiche für diese Fassung unserer Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer ausserdem Häuber (2005, S. 9, 12-15, Abb. 1; Abb. 1(a)); Häuber und Schütz (2006, S. 255, 258, mit Anm. 1, Abb. 1); Häuber und Schütz (2010, S. 85-86, mit Anm. 21-42, Fig. 1).
Unser oben zitierter Text, Häuber und Schütz (2004, S. 91, mit Anm. 98), enthält den Nachweis, dass der ehemalige Verlauf der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer des Mons Oppius von der ehemaligen Strasse Via Curva (heute, mit verändertem Verlauf: Via Carlo Botta) `nachgezeichnet´ worden ist. Und zwar deshalb, weil Carlo Ludovico Visconti (BullCom 15, 1887, S. 166, 192 ) erwähnt hat, dass die Funde, die er selbst ausgegraben hatte, und in diesem Artikel (irrtümlich) dem Tempel der Minerva Medica zuschrieb (ich selbst schreibe sie dem Tempel der Fortuna Virgo zu), `vor dem [ehemaligen] Kapuzinerkloster, und innerhalb der Servianischen Stadtmauer´ entdeckt worden seien.
Wir haben auf unseren Karten, beginnend mit unserem Buch Häuber und Schütz (2004), den Grundriss des (ehemaligen) Kapuzinerklosters an der (ehemaligen) Via Curva aus Nollis Karte (1748) kopiert.
Vergleiche hierzu auf unserer Karte vom Mons Oppius die folgenden Beschriftungen:
ISIS ET SERAPIS; "Porticus with Piscina"; LUCUS MONS OPPIUS; FORUM: PETRONIUS MAXIMUS; "MINERVA MEDICA"/ FORTUNA VIRGO; Via Curva; Via Carlo Botta; Servian city Wall [siehe für diese Beschriftung die komplette Karte nördlich der PORTA ESQUILINA]; 57: 364-366 Capuchin monastery [das ehemalige Kapuzinerkloster befand sich ausserhalb der Servianischen Stadtmauer und `lehnte sich von aussen an diese an´].
Dieser von Visconti (1887) dokumentierte Abschnitt der Servianischen Stadtmauer `unmittelbar vor dem (ehemaligen) Kapuzinerkloster an der (ehemaligen) Via Curva´ beweist, dass Säflunds (1932) Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer der Mons Oppius falsch ist. Und das wiederum bedeutet, dass Colinis (1944), an Säflunds Rekonstruktion im Süden `anschliessende´, Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf dem Caelius, ebenfalls falsch ist.
Die endgültige Fassung unserer Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und Caelius haben wir in Häuber (2014) diskutiert und auf unseren Karten, Map 3 und Map 7, vorgelegt; vergleiche hier unsere Karten vom Mons Oppius und vom Mons Caelius.
Siehe Häuber (2014, S. 251-289: "Appendix I The reconstruction of the Servian city Wall on the Oppian and Caelian"). Vergleiche jetzt die überarbeitete Fassung dieses Kapitels: Häuber (2026d, S. 251-289): "Die Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und auf dem Caelius". Online unter: https://FORTVNA-research.org/texte/Servianische_Stadtmauer_Oppius_Caelius.html" .
Die irrtümlichen Rekonstruktionen der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer des Oppius von Rodolfo Lanciani, Gösta Säflund, sowie von Antonella Parisi und Rita Volpe
Ehe ich mich den Lokalisierungen widmen kann, die Franz Xaver Schütz und ich für die Porta Caelimontana und für den Campus Caelemontanus vorgeschlagen haben (siehe unten, zu Punkt V.)), sollen unsere, diesen Hypothesen zu Grunde liegenden, Erkenntnisse zum Verlauf der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer des Mons Oppius vorgestellt werden.
Bitte beachten Sie, dass die folgenden Punkte I.-III., in denen die diesbezüglichen Hypothesen von Lanciani, Säflund, Parisi und Volpe vorgestellt werden, inhaltlich zusammengehören.
Karte vom Mons Oppius. Detail unserer "Diachronen topographischen Romkarte: Forum Romanum bis Mons Oppius". Chrystina Häuber und Franz Xaver Schütz, Rekonstruktion (2025), mit dem "AIS ROMA", auf der Basis der offiziellen photogrammetrischen Daten der Comune di Roma (jetzt Roma Capitale), die uns großzügigerweise im März 1999 der Sovraintendente ai Beni Culturali der Comune di Roma, Prof. Eugenio La Rocca, zur Verfügung gestellt hat.
Vergleiche mit dieser Karte, bei der es sich um einen Ausschnitt unserer Map 3 handelt, die wir zuerst in C. Häuber (2014) publiziert haben, auch unten, unsere Karte vom Mons Caelius.
Die komplette Version der hier abgebildeten Karte ist online publiziert unter: https://FORTVNA-research.org/maps/HAEUBER_2022_map3_Forum_Romanum-Oppius.html
Beschriftungen: MONS OPPIUS; Baths of TITUS; Baths of Trajan; DOMUS AUREA [es handelt sich um den `Esquiline Wing´]; REGIO III; CLIVUS PULLIUS/ "VIA IN FIGLINIS"/ Via Mecenate; Vicolo delle Sette Sale; ISIS ET SERAPIS; "Porticus with Piscina"; LUCUS MONS OPPIUS; FORUM: PETRONIUS MAXIMUS; "MINERVA MEDICA"/ FORTUNA VIRGO; Via Curva; Via Carlo Botta; Servian city Wall [siehe für diese Beschriftung die komplette Karte nördlich der PORTA ESQUILINA]; 57: 364-366 Capuchin monastery [das ehemalige Kapuzinerkloster befand sich ausserhalb der Servianischen Stadtmauer und `lehnte sich von aussen an diese an´]; Round Nymphaeum/ FONS MUSCOSUS; Nymphaeum; School; Via Ruggero Bonghi; Vigna XII Apostoli/ Reinach; ISIS ET SERAPIS REGIO III/ FORUM: PETRONIUS MAXIMUS?; Nymphaeum Piazza Iside; modern Via Labicana; Piazza di S. Clemente; DOMUS/ Mithraeum; MONETA/ HORREA?/ S. Clemente; Via di S. Giovanni in Laterano; PORTA QUERQUETULANA/ ARCUS AD ISIS; PORTA ESQUILINA/ "Arco di Gallieno"; CAMPUS ESQUILINUS; VIA IN FIGLINIS; ancient Via Merulana/ Vicolo di S. Matteo; Vigna Cicolini; U; Viale Manzoni; V; Ospedale S. Giovanni; Via Gregoriana/ [modern Via] Merulana (1575); Palazzo Brancaccio; HORTI MAECENATIANI ("HORTI LAMIANI"); 51 I.-X. DOMUS: MAECENAS [das ist die `main´ Domus des Maecenas in seinen Horti]; 51 I. "Auditorium of MAECENAS"; Vigna Felice de Fredis/ Fusconi/ Pighini [das ist der `private´ Teil in den Horti des Maecenas]; Via Buonarroti/ Leonardo da Vinci/ A. Poliziano; 54 I.-V. Convent [heute: Istituto] S. Giuseppe; 54 I.; 356 Casino; 54 II. Edificio rettangolare; 54 III. Orfanotrofio; 54 IV. Educandato; 54 V. S. Giuseppe; DOMUS: HORTI of MAECENAS 55a-d; a; b; c; d.
I.
Rodolfo Lancianis irrtümliche Zeichnungen und irrtümliche Lokalisierungen der beiden Abschnitte der Servianischen Stadtmauer Esq. a und Esq. b auf dem Mons Oppius
In diesem Punkt I., und in den folgenden Punkten II. und III. geht es um zwei kurze Abschnitte der Servianischen Stadtmauer auf dem Südostausläufer des Mons Oppius. Gösta Säflund (1932) sollte sie `Esq. a´ und `Esq. b´ nennen.
Rodolfo Lanciani, zwei Ausgrabungszeichnungen in der Biblioteca Apostolica Vaticana (Cod.Vat.Lat. 13944 f. 20 recto), welche die beiden neu ausgegrabenen Teilstücke der Servianischen Stadtmauer auf dem Mons Oppius dokumentieren. Aus: Häuber 2014, S. 140, Fig. 26. Die Bildunterschrift lautet: "R. Lanciani, two drawings. Above: section of the Servian city Wall found in 1885 in the building site of Via Leopardi (today Via Mecenate no. 35a = Säflund's [1932] cat. no. Esq. b/ Via Mecenate 35a). Below: section of the Servian city Wall found 1884 in the building site of the convent [jetzt: Istituto] of S. Giuseppe di Cluny on Via Buonarroti (today Via A. Poliziano no. 38 = Säflund's [1932] cat. no. Esq. a). © 2013 Biblioteca Apostolica Vaticana".
Der Abschnitt der Stadtmauer Esq. a wurde 1884 auf dem Areal des Convento (heute: Istituto) der Suore di S. Giuseppe di Cluny ausgegraben, und war von der Via Buonarroti aus (heute Via Angelo Poliziano) zugänglich; das Istituto di S. Giuseppe di Cluny hat heute die Adresse: Via Angelo Poliziano Nr. 38 (die Nonnen betreiben jetzt in ihrem ehemaligen Kloster ein Hotel). Der zweite Abschnitt der Stadtmauer, Säflunds Esq. b/Via Mecenate 35a, wurde 1885 beim Bau der Via Leopardi (heute: Mecenate) ausgegraben.
Ich habe die vorhandenen Abschnitte der Servianischen Stadtmauer auf unseren Karten mit hellbraunen, 4 m breiten Linien gezeichnet und die rekonstruierten Abschnitte der Servianischen Stadtmauer mit 4 m breiten dunkelbraunen Linien; die vorhandenen Abschnitte der Stadtmauer sind mit den Bezeichnungen beschriftet, die ihnen Säflund (1932) gegeben hat (vergleiche hier unsere Karten vom Mons Oppius und vom Mons Caelius).
Der nordöstliche Teil des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a ist im Hof des Hauses Via Mecenate 35a zugänglich, sein südwestlicher Teil ist dagegen ins Fundament des Gebäudes im Convento/Istituto di S. Giuseppe di Cluny mit der Bezeichnung "II. Edificio rettangolare" integriert worden, das an der Via Mecenate steht. Der nordöstliche Teil des Abschnitts der Stadtmauer Esq. a ist ins Fundament des Gebäudes "IV. Educandato" des Convento/Istituto di S. Giuseppe di Cluny integriert worden.
Vergleiche für die genauen Grundrisse und die genauen Lokalisierungen beider Abschnitte der Stadtmauer unsere Karte vom Mons Oppius.
Beschriftungen: Via Mecenate; II. Edificio rettangolare; Esq. b/Via Mecenate 35a [der schwarze Pfeil weist auf jenen Teil des Abschnitts der Stadtmauer, der im Hof des Hauses Via Mecenate Nr. 35a zugänglich ist]; 54.I.-V. Convent [heute: Istituto] S. Giuseppe; IV. Educandato [das Klostergebäude für die Nonnen]; Esq. a [der schwarze Pfeil weist auf den Teil dieses Abschnitts der Stadtmauer Esq. a, der in das Fundament des Gebäudes "Educandato" integriert worden ist]; Via Buonarroti/Leonardo da Vinci/A. Poliziano.
Rodolfo Lancianis Fehler bezüglich der beiden Abschnitte der
Servianischen Stadtmauer Esq. a und Esq. b/Via Mecenate 35a sind vielfältig
Um das zu demonstrieren, haben wir oben die beiden Zeichnungen Lancianis dieser Abschnitte der Stadtmauer abgebildet.
a) Lanciani hat zunächst einmal den Grundriss des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a falsch gezeichnet. Diese Tatsache konnte erst erkannt werden, nachdem Romana De Angelis Bertolotti (1983; 1991) ihre beiden Aufsätze zu diesem Abschnitt der Stadtmauer publiziert hatte: Wie De Angelis Bertolotti (1991, pp. 116-118, Fig. 4) schreibt, hatte sie die Nonnen des Klosters von S. Giuseppe di Cluny in ihrem Convento (jetzt: Istituto) in der Via Angelo Poliziano, Nr. 38, aufgesucht. Die Nonnen machten ihr in ihrem Archiv Dokumente bezüglich der Neubauten ihres Klosters (nach 1883) zugänglich, unter anderem einen Grundrissplan des "II. Edificio rettangolare" (datiert 1896), in dessen Fundament der südwestliche Teil des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a als schnurgerade Linie eingetragen ist.
Wie auf der hier gezeigten Ausgrabungszeichnung Lancianis dieses Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate erkennbar ist, hatte Lanciani demnach diesen Abschnitt der Stadtmauer falsch gezeichnet.
Wir haben diese Erkenntnis, dass der Abschnitt der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a statt dessen schnurgerade ist, in unsere Rekonstruktion des Verlaufs der Stadtmauer integriert und veröffentlicht; vergleiche Häuber und Schütz (2004, S. 84-90, Figs. II.12-II.15); Häuber (2005, S. 9, 12-15, Abb. 1; Abb. 1(a)); Häuber und Schütz (2006, S. 255, 258, mit Anm. 1, Abb. 1); Häuber und Schütz (2010, S. 85-86, mit Anm. 21-42, Fig. 1); Häuber (2014, S. 253, mit Anm. 20-22; Map 3 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius]).
Diese unsere neue Rekonstruktion dieses Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a ist inzwischen bestätigt worden.
Mariarosaria Barbera von der Soprintendenza Archeologica di Roma (der Staatlichen Bodendenkmalpflegebehörde der Stadt Rom) hat diesen Abschnitt der Stadtmauer Esq. b/ Via Mecenate 35a (im Jahre 2006) erneut restaurieren lassen. Als Ergebnis dieser Restaurierung kann man jetzt - im Unterschied zur vorherigen Situation - teilweise auch jenen Teil des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a einsehen, der in das Fundament des Gebäudes "II. Edificio rettangolare" des Convento/Istituto der Suore di S. Giuseppe di Cluny integriert worden ist.
Mariarosaria Barbera hat dankenswerterweise am 22. November 2006 einen Lokaltermin für Franz Xaver Schütz und mich mit den beiden Architekten arrangiert, die diese Restaurierung des Abschnitts der Stadtmauer soeben durchgeführt hatten: Arch. Dott. Antonio Federico Caiola and Dott. Ing. Maurizio Martella. Bei diesem Lokaltermin konnten Franz und ich uns vergewissern, dass das in das Fundament des Gebäudes "II. Edificio rettangolare" integrierte Teilstück des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a tatsächlich schnurgerade ist; vergleiche Häuber (2014, S. 253-254, mit Anm. 23, 24); diese Textpassage ist unten, in Punkt II.), wörtlich zitiert.
b) Lanciani hat sein ambitioniertes Kartenwerk Forma Urbis Romae (FUR; 1893-1901) von Zeichnern ausführen lassen, die als Grundlage ihrer Arbeit Lancianis originale Ausgrabungszeichnungen verwenden konnten. Leider haben diese Zeichner die Grundrisse der beiden hier diskutierten Abschnitte der Servianischen Stadtmauer, Esq. a und Esq. b/Via Mecenate 35a, auf Lancianis Karte FORMA URBIS ROMAE, fols. 23; 30 falsch gezeichnet (aber anders als Lanciani, dessen Grundriss des Abschnitts Esq. b/Via Mecenate 35a ebensowenig korrekt ist); ausserdem haben diese Zeichner beide Abschnitte der Stadtmauer falsch im Kataster lokalisiert (!).
Vergleiche zu den oben, in den Punkten a) und b) erwähnten Informationen: Franz Xaver Schütz (2014); online unter: https://FORTVNA-research.org/schuetz/texte/SCHUETZ_2014_landscape-t-model.html sowie Häuber 2025a, Abschnitt "I. Das Teilstück der Servianischen Stadtmauer in der Via Mecenate 35a, hier Abb. 1; 3". Online unter: https://FORTVNA-research.org/FORTVNA/FP4/Horti_Maecenas_Livia_Field-Brancaccio.html
Natürlich muss man sich fragen, warum Lanciani, der selbst hervorragend zeichnen konnte; vergleiche Häuber (2014, S. 12, mit Anm. 78), dieses Ergebnis seiner Zeichner nicht korrigierte, die auf seiner Karte FUR (fols. 23; 30) diese Abschnitte der Servianischen Stadtmauer Esq. a und Esq. b/Via Mecenate 35a nicht nur in den Grundrissen falsch gezeichnet, sondern obendrein auch noch falsch im Kataster lokalisiert haben.
Geht man dieser Frage nach, dann stellt sich heraus, dass die Gründe hierfür sehr komplex waren. So kann man diese bedauerlichen Fehler auf Lancianis FORMA URBIS ROMAE unter anderem mit der "affare Lanciani" des Jahres 1889 erklären; vergleiche Häuber (2014, S. 13 mit Anm. 82; wo in diesem Zusammenhang die Karte FUR eigens erwähnt wird). Als Folge dieser `Affäre´ verlor Lanciani seine beiden Positionen (in der Staatlichen und in der Städtischen Bodendenkmalpflegebehörde der Stadt Rom), die er bis zu diesem Zeitpunkt gleichzeitig innegehabt hatte.
Vergleiche hierzu ausführlich: Häuber, in: FORTVNA PAPERS, Vol. IV (in Druckvorbereitung), Kapitel IV.2.7. Überlegungen zum südlichen Teil der Horti des Maecenas, wo die Laokoongruppe entdeckt worden ist, und warum hier Rodolfo Lancianis Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer auf seiner Forma Urbis Romae (FUR, fols. 23; 30) falsch ist (Hervorhebung von mir).
II.
Gösta Säflunds (irrtümliche) Integration des Abschnitts Esq. a der
Servianischen Stadtmauer in seine Rekonstruktion ihres Verlaufs auf dem
Südostausläufer des Mons Oppius; mit Antonio Maria Colinis
(irrtümlicher) Fortsetzung von Säflunds Stadtmauerverlauf auf dem Caelius
Die hier folgenden Textpassagen stammen aus Häuber (2014, "Appendix I. The reconstruction of the Servian city Wall on the Oppian and Caelian", S. 251-254, Section: "The most recent findings"; S. 254-257, Section: "Why Esq. a and Esq. b are different, and the reasons for my location of Esq. a", sowie S. 257-258, Section: "Esq. a: the point where Säflund's and Colini's reconstructions of the Servian wall meet".
Nota bene: Die folgenden Textpassagen habe ich hier nur in einem Fall zusammen mit der kompletten zugehörigen Anmerkung kopiert; vergleiche für den ganzen Text von Appendix I (mit allen Anmerkungen !): Häuber (2026d, S. 251-289): "Appendix I Die Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und auf dem Caelius". Online unter: https://FORTVNA-research.org/texte/Servianische_Stadtmauer_Oppius_Caelius.html
Die Bibliography aus Häuber (2014) finden Sie online unter: https://fortvna-research.org/texte/HAEUBER_2014_Bibliography.html
Vergleiche Häuber (2014, S. 251-252, 253, 254, 257):
"Säflund's [mit Anm. 7: Säflund 1932] reconstruction of the course of the Servian wall in the south-eastern part of the Oppian was based on Lanciani's misplacement of two sections of the wall (FUR, fols. 23; 30; map 2), which Säflund called Esq. a [mit Anm. 8] (Fig. 26, below) and Esq. b [mit Anm. 9] (Fig. 26, above [das sind die beiden Zeichnungen, die wir oben, in Punkt I.), abgebildet haben]), but did not know from autopsy (which is strange because the Swedish Academy was based at the [benachbartem] Palazzo Brancaccio from 1928-1940; vergleiche S. 319, Anm. 290). In my opinion, Säflund also misplaced Esq. b [mit Anm. 10]. Säflund had suggested this course of the wall, because he (erroneously) believed that the entire south-eastern slope of the Oppian between the former [CLIVUS PULLIUS/ "VIA IN FIGLINIS"/] Vicolo delle Sette Sale/ Via Mecenate, modern Via Merulana and modern Via Labicana (map 3 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius]) had been artificially created in order to serve as [Seite 252] a platform for ``l'Iseum et Serapeum´´, the sanctuary Isis et Serapis in Regio III (the building he referred to is the `Porticus with Piscina’, here maps 3; 17 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius]) – this assumption explains why he could not envisage the Servian wall running across that area to the south-east [Hervorhebung von mir] ... [S. 253] ...
The reconstruction of the section of the Servian wall Esq. b/Via Mecenate 35 a (fig. 26, above) as a straight line, which we show here (maps 15-17 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius]) and have published in detail elsewhere [mit Anm. 20: C. Häuber und F.X. Schütz 2004], is based on a ground-plan (dated 1896) of the building ``edificio rettangolare” (map 17 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius], labels: 54 I.-V. Convent S. Giuseppe; II. Edificio rettangolare), published by De Angelis Bertolotti [mit Anm. 21: R. De Angelis Bertolotti 1991]. Our suggestion is now proved by the new restoration of this section of the wall, which we were able to study on November 22nd, 2006. One part of the wall [das heisst, vom Abschnitt Esq. b/Via Mecenate 35 a] is visible in the courtyard of the Palazzo Via Mecenate no. 35 a [mit Anm. 22] (map 17 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius]); the arrow belonging to the lettering ``Esq. b/Via Mecenate 35 a” is pointed at that section of the wall which stands in the cortile of the Palazzo Via Mecenate no. 35 a. The adjacent part of the wall to the south-west is incorporated into [das Fundament des] `rectangular building’ (``Edificio rettangolare” [in der entsprechenden, von R. De Angelis Bertolotti 1991 publizierten Grundrisszeichnung des `rechteckigen Gebäudes´ ist dieser Teil der Stadtmauer schnurgerade dargestellt]) built by the Suore di S. Giuseppe di Cluny as part of their orphans' asylum ...
The chance to restore the visible part of the wall [das heisst, des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a] came when the nuns sold the ``edificio rettangolare” to a company which converted it into an apartment building [mit Anm. 23]. Arch. Dott. Antonio Federico Caiola and Dott. Ing. Maurizio Martella took care to make visible as much as possible of the side of the wall that was originally the outside of the defence (facing the current Via A. Poliziano); its course is perfectly straight, not [Seite 254] curved as indicated in the drawing of this wall kept in the Vatican Library, which in the relevant left part is rather sketchy (fig. 26, above [diese Zeichnung haben wir oben, in Punkt I.), abgebildet; Hervorhebung von mir]).
This finding is important in so far as it proves two things. The first is that, Esq. a and Esq. b are two different sections of the Servian city wall, as already stated by Säflund, not one and the same [mit Anm. 24: so irrtümlich R. De Angelis Bertolotti 1991; gefolgt von R. Volpe und A. Parisi 2010b], since Esq. a is indeed curved, as indicated on a measured excavation drawing (fig. 26, below) which shows the wall in plan and one long side of it in elevation [auch diese Zeichnung haben wir oben, in Punkt I.), abgebildet; Hervorhebung von mir]".
Vergleiche Häuber (2014, S. 254, Anm. 24): "De Angelis Bertolotti 1991, p. 116, suggests that both [das heisst, die beiden Abschnitte der Stadtmauer Esq. a und Esq. b/Via Mecenate 35a] were identical and should be identified with the section of the wall, which is visible in the courtyard of Via Mecenate no. 35a [i.e. Säflund’s Esq. b]. Volpe, Parisi 2010b, p. 95 with n. 72, fig. 16, follow her. Note that De Angelis Bertolotti 1991 appeared before Häuber 1990b [hier R.C. Häuber 1990] was published, where on pp. 24-43, fig. 9, Karte 1, the relevant problems are discussed; cf. Häuber, Schütz 2004, pp. 84-90, figs. II.12-II.15; both publications were ignored by Volpe, Parisi, op. cit. [Hervorhebung von mir]".
Unmittelbar anschliessend, schreibe ich in Häuber (2014, 254):
"The drawing of the elevation [des Abschnitts des Stadtmauer Esq. a; siehe oben, die in Punkt I.) abgebildete Zeichnung] includes two quarry marks on the second row of blocks from below. In addition to this, the rustication of the blocks is indicated. This proves that this was the outside of the wall. It is, therefore, obvious, that this side of the wall also faced the current Via A. Poliziano, and made a curve to the south-east. Säflund [mit Anm. 25: G. Säfund 1932], who (erroneously) stated that the quarry marks of the Servian Wall are always to be found on the inside of the wall, thought that Esq. a curved instead to the south-west. This assertion is strange, since all the examples published by himself show the mason's signs on the outside of the wall, for example at the `Auditorium of Maecenas’ [mit Anm. 26] (cf. map 3 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius], label: Esq. E I-II).
Secondly, our location of the section of the Servian wall Esq. a [auf unserer Karte des Mons Oppius] is proved by the new restoration of [dem Abschnitt der Stadtmauer] Esq. b/Via Mecenate 35a. We had published this suggestion earlier [mit Anm 27: C. Häuber und F.X. Schütz 2004] and do so also on the maps presented here (maps 3; 15; 16 [vergleiche hier die Karte vom Mons Oppius]) ... [Seite 257].
Because Säflund erroneously incorporated Esq. a into his reconstructed course of the Servian city wall as bending to the south-west, he consequently reconstructed the wall parallel to the former [CLIVUS PULLIUS/ "VIA IN FIGLINIS"/] Vicolo delle Sette Sale, reaching the modern Via Labicana near the church of S. Clemente [auf dem Caelius] (cf. map 3 [vergleiche hier unsere Karten vom Mons Oppius und vom Mons Caelius], labels: DOMUS/ Mithraeum; MONETA/ HORREA? /S. Clemente).
... Colini [mit Anm. 51: A.M. Colini 1944] followed Säflund's reconstruction of the course of the Servian wall on the south-eastern part of the Oppian, discussed here, with the exception that he did not copy Säflund's curve of Esq. a to the south-west. Colini asked himself why Säflund had come to this conclusion, but did not pursue the issue and in his own reconstruction simply `straightened’ the course of Esq a [mit Anm. 52; Hervorhebung von mir]".
III.
Die (irrtümliche) Überzeugung von Rita Volpe und Antonella Parisi (2010b), dass die Abschnitte der Servianischen Stadtmauer Esq. a und Esq. b/Via Mecenate 35a identisch seien
Der folgende Text stammt aus Häuber, FORTVNA PAPERS, Vol. IV (in Druckvorbereitung), Kapitel III.4. Darin wird der Aufsatz von Rita Volpe und Antonella Parisi (2010b) diskutiert; vergleiche auch den Aufsatz der beiden Autorinnen (2010a).
Die entsprechende Textpassage wird hier nach Häuber 2025b, der Preview von FORTVNA PAPERS, vol. IV, Kapitel III.4., zitiert (dabei habe ich diesen Text leicht verändert); online unter: https://fortvna-research.org/FORTVNA/FP4/Laokoon_III-4_III-5.html
"... Dabei ist Folgendes zu beachten:
1.) Volpe und Parisi (2010b, p. 109) zitieren Häuber und Schütz (2004), sowie Häuber (2006) in ihrer Bibliographie, haben die Themen, die nun auch sie behandeln, aber nicht mit uns diskutiert (vergleiche zur Motivation ihrer Forschungen oben, in [FORTVNA PAPERS, Vol. IV, in] Kapitel III.1. [online unter: https://FORTVNA-research.org/FORTVNA/FP4/Laokoon_III-1.html , zu Anm. 126]).
Volpe und Parisi (2010b, pp. 97, 99 mit Anm. 70, 71, 72, Figs. 16, 17) halten irrtümlich den Abschnitt der Servianischen Stadtmauer, den sie untersuchen und abbilden (das heißt, den Abschnitt Esq. b/Via Mecenate 35a), für den Abschnitt der Stadtmauer Esq. a -
Wie wir oben, in Punkt II., gesehen haben, folgen Volpe und Parisi (2010b) mit dieser Annahme Romana De Angelis Bertolotti (1991); diese Hypothese habe ich in Häuber (2014, S. 254, mit Anm. 24) widerlegt.
- weshalb Rita Volpe (2010b, Fig. 19) in ihrer Rekonstruktion des Verlaufs der Stadtmauer den Abschnitt der Stadtmauer Esq. a ganz weglässt. Volpe (2010b, Fig. 19) hat in ihrer Rekonstruktion den Abschnitt der Stadtmauer Esq. b/ Via Mecenate 35a korrekt lokalisiert, dessen Grundriss Lanciani (hier Dia 96) falsch gezeichnet hat, und der auf Lancianis Karte FUR (fol. 23; hier Dia 58.1) von seinen Zeichnern nicht nur, ebenso wie Esq. a, falsch gezeichnet worden ist (aber anders, als in Lancianis Zeichnung von Esq. b; hier Dia 96). Obendrein haben diese Zeichner beide Abschnitte der Stadtmauer, Esq. a und Esq. b/Via Mecenate 35a, in der FUR (fols. 23; 30) falsch im Kataster lokalisiert.
[Diese auf Dia 96 gezeigte originale Ausgrabungszeichnung Lancianis des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/Via Mecenate 35a haben wir oben, zusammen mit seiner Zeichnung des Abschnitts der Stadtmauer Esq. a, in Punkt I.) abgebildet.]
Da Volpe (2010b, Fig. 19) in ihrer Rekonstruktion aber den irrtümlichen, gekrümmten Verlauf von Lancianis Zeichnung (hier Dia 96) des Abschnitts der Stadtmauer Esq. b/ Via Mecenate 35a übernimmt, und obendrein den Abschnitt der Stadtmauer Esq. a weglässt, gelangt sie dennoch zu einer irrtümlichen Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer in dieser Gegend.
In Wirklichkeit waren Esq. b/ Via Mecenate 35a und Esq. a zwei verschiedene Abschnitte der Stadtmauer. Vergleiche für die korrekten Zeichnungen und die korrekten Lokalisierungen der beiden Abschnitte der Stadtmauer Esq. b/ Via Mecenate 35a und Esq. a hier Dia 48 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons Oppius; Hervorhebung von mir]".
IV.
Ehe ich erkläre, wo Franz Xaver Schütz und ich die Porta Caelimontana und den Campus Caelemontanus lokalisieren, möchte ich berichten, wie die Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und auf dem Caelius bewertet worden ist, die Franz Xaver Schütz und ich vorgeschlagen haben, vergleiche Häuber (2014, Maps 3 und 7);
vergleiche hier unsere Karten vom Mons Oppius und vom Mons Caelius
Zu den neuen Erkenntnissen auf der diachronen topographischen Romkarte von Chrystina Häuber und Franz Xaver Schütz; vergleiche Häuber (2014, Map 3 und Map 7), von der wir hier die Details "Karte vom Mons Oppius" und "Karte vom Mons Caelius" abbilden, gehörte unsere Rekonstruktion der sogenannten Servianischen Stadtmauer auf der Ostseite der Stadt Rom, zwischen ihren Stadttoren Porta Esquilina und Porta Capena, das heißt, auf einer Strecke von circa 2,2 km.
Vergleiche
Häuber (2014, S. 251-289: "Appendix I The reconstruction of the
Servian city Wall on the Oppian and Caelian"). Vergleiche jetzt
den überarbeiteten Text dieses Kapitels, Häuber (2026d, S.
251-289): "Die Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf
dem Oppius und auf dem Caelius". Online unter:
https://FORTVNA-research.org/texte/Servianische_Stadtmauer_Oppius_Caelius.html
Eric
M. Moormann (2015, p. 261) und Pierre Gros (2016, pp. 481-482) sind
meiner Rekonstruktion, Häuber (2014), des Verlaufs der Servianischen
Stadtmauer auf dem Mons
Oppius
und auf dem Mons
Caelius
gefolgt. James C. Anderson Jr. (2016, p. 288) erkennt meine `exakte
Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen Stadtmauer im
untersuchten Gebiet´ an, Mario Torelli (1937-2020; vergleiche 2016,
p. 213) folgte meiner ``Rekonstruktion des Verlaufs der Servianischen
Stadtmauer vom `Auditorium´ des Maecenas bis zur Porta
Capena´´
und T.P. Wiseman (2021, p. 12 mit Anm. 19) folgt meiner (2014)
Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer zwischen der Porta
Esquilina
und der Porta
Capena. Gleichzeitig,
aber unabhängig von mir, hat sich auch Ronald T. Ridley (2015-2016,
pp. 567-585) mit der Lokalisierung der Porta
Capena
in der Servianischen Stadtmauer beschäftigt. Ridley stützt sich
dabei auf ein ganz anderes Methodenspektrum und auf ganz andere Daten
als ich, in Häuber (2014), gelangt jedoch, was seinen Vorschlag der
korrekten Lokalisierung der Porta
Capena
betrifft, zu genau demselben Ergebnis wie ich. Vergleiche
für unsere neue Lokalisierung der Porta
Capena
auch die erklärenden Texte von: Häuber und Schütz zu unserer:
"Romkarte. Die antike Via
Appia
zwischen der Porta
Capena
in der sogenannten Servianischen Stadtmauer und der Porta
Appia/ Porta S. Sebastiano
in der Aurelianischen Stadtmauer". Diese
Karte zeigt das Areal, das südlich an die hier gezeigte Karte vom
Mons
Caelius
anschließt; hierbei handelt es sich um die Karte Häuber (2014, Map
7). V. Die
Porta
Caelimontana
und der Campus
Caelemontanus nach
Chrystina Häuber und Franz Xaver Schütz: Die
Porta
Caelimontana
überbrückte die "Via
Tusculana"/
Via dei SS. Quattro Coronati, unmittelbar westlich der Piazza di S.
Giovanni in Laterano/
dem
Campus
Caelemontanus (Martialis)
Karte
vom Mons
Caelius.
Ausschnitt unserer "Diachronen topographischen Romkarte: Forum
Romanum
bis Mons
Oppius".
C. Häuber und F.X. Schütz, Rekonstruktion (2025), mit dem "AIS
ROMA", auf der Basis der offiziellen photogrammetrischen Daten
der Comune di Roma (jetzt Roma Capitale), die uns großzügigerweise
im März 1999 der Sovraintendente ai Beni Culturali der Comune di
Roma, Prof. Eugenio La Rocca, zur Verfügung gestellt hatte. Diese
Karte haben wir zum ersten Mal in Häuber (2014) als Map 3 publiziert
und im Text dieses Buches diskutiert; vergleiche S. 873 (die Legende
zu dieser Karte). Inzwischen haben wir diese Karte korrigiert und
erheblich erweitert. Die hier gezeigte Version der Karte ist komplett
online publiziert unter:
https://FORTVNA-research.org/maps/HAEUBER_2014_Map3.html
Vergleiche
die folgenden Beschriftungen: COLOSSEUM;
R.[EGIO] II; MONS CAELIUS; modern Via Labicana; PORTA QUERQUETULANA;
SS. Pietro e Marcellino [diese Beschriftung bezieht sich auf die
ehemalige alte, auf Nollis Karte (1748) dokumentierte Kirche und auf
die aktuelle moderne Kirche]; Viale Manzoni; V; Ospedale S. Giovanni;
"VIA TUSCULANA"/ Via dei SS. Quattro Coronati; Via dei
Querceti; SS. Quattro Coronati; "VIA CAELIMONTANA"/ Via di
S. Stefano Rotondo; Servian city Wall; PORTA CAELIMONTANA?/ S. Maria
Imperatrice; CAMPUS CAELEMONTANUS (MARTIALIS); Piazza S. Giovanni in
Laterano; S. Giovanni in Laterano/ CASTRA NOVA EQUITUM SINGULARIUM;
Baptistery; site of S. Gregorio in Martio; Via dell'Amba Aradam
(former Via della Ferratella); ARCUS NERONIANI-CAELEMONTANI; BASILICA
HILARIANA ARBOR SANCTA; PORTA CAELIMONTANA?/ ARCUS DOLABELLAE ET
SILANI; Via della Navicella; VIA CLAUDIA; VICUS CAPITIS AFRICAE;
Piazza Celimontana; Ospedale Militare del Celio; Via di S. Paolo
della Croce; S. Gregorio Magno; PORTA CAPENA; VIA APPIA; VICUS
HONORIS ET VIRTUTIS?; VICUS CAMENARUM?; VALLIS EGERIAE?; site of
ISIUM METELLINUM?; Casino Villa Mattei/ Celimontana; S. Tommaso in
Formis; S. Maria in Domnica/ STATIO COHORTIS V VIGILUM; S. Stefano
Rotondo/ CASTRA PEREGRINA/ Reticulate walls.
Franz
Xaver Schütz und ich identifizieren auf unserer oben abgebildeten
Karte vom "MONS CAELIUS" den "CAMPUS CAELEMONTANUS
(MARTIALIS)" mit der "Piazza S. Giovanni in Laterano".
Da der Campus
Caelemontanus
auch Campus
Martialis
genannt wurde, ist diese auch -
(aber
nicht zuerst; siehe dazu unten, meinen Kommentar zu Häuber 2014, S.
276, Anm. 239) -
von
Antonio Maria Colini (1944) vorgeschlagene Identifizierung sicher,
und zwar wegen des Toponyms `in
Martio´
der ehemaligen Cappella (oder des Oratorio) di S. Gregorio in
Martio,
die sich unmittelbar im Westen vom "Baptistery", dem
Baptisterium von "S. Giovanni in Laterano" befunden hatte;
siehe "site of S. Gregorio in Martio".
Diese
Tatsache hatte vor uns bereits Carlo Buzzetti erkannt ("Campus
Caelemontanus", in: LTUR
I [1993], S. 218, Fig. 115); vergleiche Häuber (2005, S. 14, Anm.
29; dies.
2014, S. 276 mit Anm 242, unten wörtlich zitiert).
Folglich
muss sich das Tor in der "Servian city Wall" namens "PORTA
CAELIMONTANA" unmittelbar westlich der "Piazza S. Giovanni
in Laterano" befunden haben. Denn, wie im Fall der Porta
Viminalis
und dem Campus
Viminalis,
sowie der Porta
Esquilina
und dem Campus
Esquilinus,
ist auch für die Porta
Caelimontana
und den Campus
Caelemontanus
anzunehmen, dass
sie unmittelbar aneinandergegrenzt haben.
Das heisst, die Porta
Caelimontana
muss die "Via
Tusculana"/
Via dei SS. Quattro Coronati überbrückt haben. Mit der
Lokalisierung der Porta
Caelimontana
an dieser Stelle, das heisst, unmittelbar nördlich von ihrer
Kreuzung mit der "Via
Caelimontana"/
Via di S. Stefano Rotondo, folgen wir dem diesbezüglichen Vorschlag
von Gösta Säflund (1932).
Da
es sich hierbei auf unseren Karten seit Häuber und Schütz (2004);
zum Beispiel in Häuber (2014, auf unseren Karten Map 3 und Map 7
[vergleiche hier unsere Karte vom Mons
Caelius])
um eine neue Identifizierung handelte, haben wir der Beschriftung
dieses Stadttores ein Fragezeichen hinzugefügt, siehe: "PORTA
CAELIMONTANA?".
Diese
oben erwähnten Erkenntnisse habe ich in Häuber (2014, S. 275-277)
zusammengefasst; im Folgenden werde ich daraus einige Textpassagen
wörtlich zitieren, in denen ich die von Franz Xaver Schütz und mir
vorgeschlagene Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem
Oppius und Caelius begründet habe (siehe Häuber 2014, Map 3 und Map
7; vergleiche hier unsere Karten vom Mons
Oppius
und vom Mons
Caelius). Nota
bene:
Auch die folgenden Textpassagen habe ich wieder, ausser in drei
Fällen, ohne die zugehörigen Anmerkungen kopiert; wobei ich jetzt
meiner Anm. 239 noch einen ausführlichen Kommentar hinzugefügt
habe. Vergleiche
für den kompletten, überarbeiteten Text (mit den Anmerkungen !):
Häuber (2026d, S. 251-289): "Die Rekonstruktion der
Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius und auf dem Caelius".
Online unter:
https://FORTVNA-research.org/texte/Servianische_Stadtmauer_Oppius_Caelius.html
Die
Bibliography aus Häuber (2014) finden Sie online unter:
https://fortvna-research.org/texte/HAEUBER_2014_Bibliography.html
Vergleiche
Häuber (2014, S. 275, 276, 277) : "Colini
was first to locate the Porta
Caelimontana
of the Servian city wall at the site of the Arcus
Dolabellae et Silani
(map 3 [vergleiche
hier unsere Karte vom Mons
Caelius],
labels: Servian city Wall; PORTA CAELIMONTANA?/ ARCUS DOLABELLAEET
SILANI)
... [Seite 276] ... In
addition, Colini identified (in my opinion correctly) the Piazza di
S. Giovanni in Laterano with the Campus
Caelemontanus
[mit Anm. 239], and
suggested also that `Campus
Caelemontanus’
and `Campus
Martialis’
were synonyms [mit
Anm. 240}. Like
Säflund [mit
Anm. 241: G. Säflund 1932], but
based on different evidence, I locate the Porta
Caelimontana
on the "VIA TUSCULANA"/ Via dei Santi Quattro Coronati,
north of the point of its junction with the "VIA CAELIMONTANA"/
Via di S. Stefano Rotondo. That the Porta
Caelimontana
stood here and not, as Colini believed, near the Arcus
Dolabellae et Silani,
is proved by the toponym of the former Cappella [oder
dem Oratorio di]
S. Gregorio in
Martio
[mit Anm. 242] (map
3 [vergleiche
hier unsere Karte vom Mons
Caelius],
label: site of S. Gregorio in Martio), because that refers to the
Campus
Martialis
[mit Anm. 243] (i.e.
the Campus
Caelemontanus
= Piazza di S. Giovanni in Laterano; cf. map 3 [vergleiche
hier unsere Karte vom Mons
Caelius],
labels: CAMPUS CAELEMONTANUS (MARTIALIS); Piazza S. Giovanni in
Laterano) [Hervorhebung
von mir]". Vergleiche
Häuber (2014, S. 276, Anm.
239):
"Coarelli 2008b, p. 280, reproduces the map published by Colini
1944, pl. 1, omitting some details; in this map the Piazza di S.
Giovanni in Laterano is labelled: Campus Caelemontanus". Kommentare
zu (Häuber 2014, S. 276, Anm. 239), die ich erst jetzt geschrieben
habe.
a)
Ich zitiere im Folgenden eine Textpassage aus Häuber (2005,
Abschnitt "II.
Ergebnisse, die bislang beim Aufbau des `AIS ROMA´ erzielt wurden,
S. 13-15, mit unserer Karte, Abb. 1 [vergleiche hier unsere Karten
vom Mons
Oppius
und vom Mons
Caelius]).
In
den Kommentaren zu unseren beiden Karten gehe ich unten auf die Bedeutung ihrer farbigen Gestaltung ein
; vergleiche hierzu die Bildunterschrift zu
unserer Map 3, in: Häuber (2014, S. 873). In
Häuber (2005, S. 13-15) teile ich mit, wie Franz Xaver Schütz und
ich Colinis (1944) Lokalisierung der
Porta Caelimontana
beim Arcus
Dolabellae et Silani
widerlegt haben, und widerspreche ausserdem Coarellis (1997-1998)
Lokalisierung des Campus
Caelemontanus
bei der (angeblichen) Porta
Caelimontana
beim Arcus
Dolabellae et Silani:
"...
3.)
Beispiele vom Mons Oppius und Caelius ... Nollis
Karte (1748) enthält Straßen, Wege und sog.[enannte]
Lineaments [mit
Anm. 18],
die in ihrem Verlauf antiken Straßen folgen, und die ich untersucht
und in unsere Karte integriert habe
[siehe Abb. 1; vergleiche hier unsere Karte vom Mons
Caelius].
Dabei wurde zufällig der Grundriß der alten
Kirche SS. Pietro e Marcellino sowie der ehemals bei dieser Kirche
befindliche `Straßenfächer´ wiederentdeckt.
[Der
Grundriss der alten Kirche SS. Pietro e Marcellino, den wir aus
Nollis Karte (1748) kopiert haben, ist auf unserer Karte vom Mons
Caelius
rot angelegt, weil diese Kirche in ein antikes Gebäude integriert
worden war; der Grundriss der unmittelbar östlich daneben stehenden
neuen Kirche ist, da ein moderner Bau, mit einer dünnen schwarzen
Umrisslinie gezeichnet. Der
hier erwähnte `Strassenfächer´ bei der alten Kirche SS. Pietro e
Marcellino, ein `topographisches Muster´, und der `Strassenknick´
der modernen Via Labicana/ des Viale Manzoni an derselben Stelle, ein
weiteres `topographischen Muster´, sind untrügliche Anzeichen
dafür, dass sich hier mit Sicherheit ein Stadttor in der
Servianischen Stadtmauer befunden hatte; meiner Meinung nach die
``PORTA QUERQUETULANA´´]
... [Seite 14] ...
Der
(teilweise)
[mit Anm. 28] rekonstruierte
`Straßenfächer´ an der alten
Kirche SS. Pietro e Marcellino besteht aus der antiken Straße, der
die moderne Via Labicana und der Viale Manzoni folgen
(s.[iehe] Abb. 1 [vergleiche
hier unsere Karten vom Mons
Oppius
und vom Mons
Caelius]
...``modern Via Labicana´´; ``Viale Manzoni´´), sowie aus zwei
Straßen, die auf Nollis Karte als Weg bzw. [beziehungsweise]
als
Lineament sichtbar sind. Ich habe sie in unsere Karte integriert
(siehe ...
[unsere
Karten vom Mons
Oppius
und vom Mons
Caelius,
die beiden grünen gestrichelten Linien, (das heisst: die
rekonstruierten antiken Strassen) ``U´´ in der ``Vigna Cicolini´´
auf dem Oppius, nördlich der alten Kirche ``SS. Pietro e
Marcellino´´, die nach Nordosten orientiert ist, und die
gestrichelte grüne Linie ``V´´, unmittelbar östlich der alten
Kirche ``SS. Pietro e Marcellino´´, die, nach Südosten gerichtet,
am ``Ospedale S. Giovanni´´ vorbeiführt]).
Es
handelte sich offenbar um Teilstücke der ehemaligen antiken Via
Merulana
(s.[iehe]
Abb. 1 ... [vergleiche
hier unsere Karte vom Mons
Oppius,
Beschriftungen: VIA IN FIGLINIS ancient Via Merulana/ Vicolo di S.
Matteo; CAMPUS ESQUILINUS],
die
ursprünglich den ``CAMPUS ESQUILINUS´´ mit dem ``CAMPUS
CAELEMONTANUS/ Piazza S. Giovanni in Laterano´´ verbunden hatte
(s.[iehe] Abb. 1 [vergleiche hier unsere Karte vom Mons
Caelius])
...
L.
Ferrea (2002) [mit
Anm. 29: ``L. Ferrea 2002, 67, mit Anm. 252, 253´´; mit sehr viel
weiterer Literatur, siehe unten] nimmt
im Unterschied zu mir den Campus Caelemontanus außerhalb der ``PORTA
CAELIMONTANA?/ARCUS DOLABELLAE ET SILANI´´ an (vgl. [vergleiche]
hier Abb. 1 [vergleiche unsere Karte vom Mons
Caelius]).
Sie folgt damit Coarelli (1997-1998) und begründet dies überdies
damit, daß Cicero [Seite
15]
(Pis.,
25, 61) ``sembra
accennare a una
vicinanza
immediata del Campus
Martialis
alla Porta Celimontana´´.
Letzterem ist mit Sicherheit zuzustimmen ... [und nach der Nennung
der `Parallelfälle Campus Viminalis/Porta Viminalis und Campus
Esquilinus/Porta Esquilina´, fahre ich fort:] ... Demnach haben
Stadttor und (gleichnamiger) vorgelagerter Platz ... eine funktionale
Einheit gebildet und folglich nah beieinander gelegen. Coarellis
Vorschlag (1997-1998) liegt diese Prämisse ausdrücklich zugrunde
... Coarelli
lokalisiert das Toponym-Paar `Porta und Campus Caelemontanus´ also
dort, wo Colini (1944) die Porta Caelimontana annahm. Dabei übersieht
Coarelli, daß auch noch Colini (1944) - nicht nur die ältere
Forschung, wie er behauptet - den Campus Caelemontanus mit der Piazza
di S. Giovanni in Laterano identifizierte. [Anschliessend
schreibe ich, dass es Colini (1944), war, der sein Toponym-Paar
`Porta
Caelimontana/
Arcus
Dolabellae et Silani
und Campus
Caelemontans´
gleichsam `auseinandergerissen´ habe, die in Luftlinie circa 630 m
voneinander entfernt seien, und fahre dann fort:] Das Toponym-Paar
`Porta und Campus Caelemontanus´ gehört aber offenbar zusammen.
Wenn,
wie schon Platner und Ashby (1929) - [vergleiche
Häuber 2005, S. 14, Anm. 29: ``Platner und Ashby 1929; 2002, p. 90
s.v. Campus
Caelemontanus;
vgl. [vergleiche]
p. 94, s.v. Campus
Martialis]
- vermuteten,
und seit Colini (1944) allgemein angenommen wird, Campus Martialis
und Campus Caelemontanus identisch
waren [ausser von F. Coarelli 1997-1998, gefolgt von L. Ferrea 2002], dann ist die Porta Caelimontana aber bei S. Giovanni in
Laterano zu suchen. Denn dass sich der Campus Martialis hier
befunden hat, beweist das Toponym der ehemaligen Kirche S. Gregorio
in
Martio.
Die Kirche hatte unmittelbar im W[esten]
des Baptisterium von S. Giovanni in Laterano gestanden [folgen
Details zur Lokalisierung dieser Kirche; siehe dazu unten, den Text
aus Häuber 2014, S. 276, zu Anm. 242, 244] ... Für die
Lokalisierung des Toponym-Paars `Porta und Campus Caelemontanus´
beim Arcus Dolabellae et Silani fehlen dagegen Beweise [Hervorhebung
von mir]". Dieser
Textpassage aus Häuber (2005, S. 13-15) möchte ich jetzt
hinzufügen, dass ich damals die Bedeutung der von Laura Ferrea
(2002) zitierten Cicerostelle (Pis.,
25, 61) noch gar nicht ganz erfasst hatte: Denn wenn sich der Campus
Martialis
in `unmittelbarer Nähe´ der Porta
Caelimontana
befand, dann kann die Porta
Caelimontana
mit Sicherheit nicht beim Arcus
Dolabellae et Silani gestanden
haben, wie nicht nur Colini (1944), Coarelli (1997-1998) und Ferrea
(2002) glaubten, sondern auch Pavolini (2016). b)
Bezugnehmend auf die soeben aus Häuber (2005, S. 15) zitierte
Textpassage, wonach Coarelli (1997-1998) darauf hingewiesen hat, dass
der Campus
Caelemontanus
bereits in der älteren Literatur mit der Piazza di S. Giovanni in
Laterano identifiziert worden sei, habe ich deshalb in mein
gedrucktes Exemplar von Häuber (2014) als Marginalie zu meiner Anm.
239 geschrieben: "So already R. Lanciani, The
Ruins and Excavations of Ancient Rome,
London 1897; id.,
Rovine
e Scavi di Roma antica,
1985, 24: Pianta delle mura, labels: CAELIAN; CAMPUS COELIMONT;
LATERAN".
c)
Siehe auch Carlo Buzzetti ("Campus Caelemontanus", in: LTUR
I [1993], S. 218, Fig. 115), der schon vor Franz Xaver Schütz und
mir das ehemalige Oratorio di S. Gregorio in
Martio
(siehe dazu unten, in Anm. 242) als Beweis für Colinis Vorschlag
angeführt hat, die Piazza di S. Giovanni in Laterano mit dem Campus
Caelemontanus (Martialis)
zu identifizieren; vergleiche Häuber (2005, S. 14, Anm. 29). In
Häuber (2014, S. 276, Anm.
240),
schreibe ich: "Colini 1944, pl. 1 (= LTUR,
I, fig. 115). Both
hypotheses have recently been discussed by Pavolini 2006, p. 26 with
n. 5; cf. pp. 13-15 (with references); on p. 26 he accepts Colini’s
identification of the site of the Arcus
Dolabellae et Silani
with that of the Porta
Caelimontana,
and declares Colini’s identification of the Piazza di S. Giovanni
in Laterano with the Campus
Caelemontanus/Campus
Martialis
as ``probabile´´
[Hervorhebung von mir]. In
meiner Anm.
242,
schreibe ich: "Cf. Hülsen [Huelsen] 1927, pp. 258-259, s.v. S.
Gregorii in Martio,
Karte 1 (NT) after p. 32; Lombardi 1998, p. 66, Rione I MONTI, no.
53, ``Oratorio di S. Gregorio in Martio´´, figs. 1, 2 (ground-plan
and site plan from earlier literature). I thank Susanna Le Pera for
the reference; Häuber 2005, pp. 14-15 with n. 29 (with references),
fig. 1, label: site of S. Gregorio in Martio; Colli et
alii
2009, p. 1 with n. 6". Unmittelbar
danach, fahre ich in Häuber (2014, S. 276-277) fort:
"The
Cappella di S. Gregorio in Martio stood on the south-east side of the
former Via della Ferratella (today: Via dell’Amba Aradam) [mit
Anm. 244], close
to the junction of that road with the Piazza di S. Giovanni in
Laterano, and immediately west of the Baptistery of S. Giovanni in
Laterano (map 3 [vergleiche
hier unsere Karte vom Mons
Caelius],
labels: Piazza S. Giovanni in Laterano; S. Giovanni in Laterano;
Baptistery; Via dell’ Amba Aradam (former Via della Ferratella)).
Colini's
location of the Porta
Caelimontana
at the site of the Arcus
Dolabellae et Silani
is nevertheless the prevailing view
[Hervorhebung von mir] ... [Seite 277] If
the Piazza di S. Giovanni in Laterano was indeed the Campus
Caelemontanus,
then the Porta
Caelimontana
also stood near-by because the gates and squares, sharing common
names, obviously served common functions, and were therefore
immediately adjacent: Campus
Caelemontanus
and Porta
Caelimontana
[mit Anm. 249], Campus
Esquilinus
and Porta
Esquilina
{mit Anm. 250] (cf.
map 3 [vergleiche
hier unsere Karte vom Mons
Oppius]),
Campus
and Porta
Viminalis
[mit
Anm. 251], with
the further characteristic, that all these campi
lay immediately outside the Servian city wall
[mit Anm. 252; Hervorhebung von mir]". Hier
zitierte Literatur Roberta
Alteri
2025,
"Magna Mater nella topografia di Roma e del Suburbio", in
A. Russo et
al.
2025, pp. 110-142. James
C. Anderson Jr.
2016,
Rezension von C. Häuber 2014, JRS
106 (2016), pp. 287-288. Jessica
Bartz, Simone Mulattieri 2017,
"29 / Eine Skulptur der Mächtigen? Auf der Suche nach dem
antiken Aufstellungskontext der Laokoongruppe", in: S. Muth
(Hrsg.), Ausstellungs-Katalog Laokoon:
Auf der Suche nach einem Meisterwerk. Begleitbuch zu einer
Ausstellung von Studierenden und Dozenten des Winckelmann-Instituts
der Humboldt-Universität zu Berlin und des Sonderforschungsbereichs
644 >>Transformationen der Antike<<
(Sammlungsräume des Winckelmann-Instituts der Humboldt-Universität
zu Berlin 19. Oktober 2016-31. Juli 2018), Rahden/Westf.: Verlag
Marie Leitorf 2017, S. 445-453. Coarelli
1980; 2003; 2008b Filippo
Coarelli, Roma:
Guide archeologiche Laterza1
(Roma-Bari: Gius. Laterza & Figli Spa. 1980), 2. ed. 1981, 3. ed.
1983, 4. ed. 1994, 5. rev. ed. 1995, nuova edizione 2001, Roma-Bari,
3. ed. 2003, nuova ed. riveduta e aggiornata 2008 (Roma-Bari: Gius.
Laterza & Figli 2008) [Coarelli 2008b]. Filippo
Coarelli 1997-1998,
"Il tempio di Minerva Capta sul Celio e la domus di Claudio",
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70 (1997-1998), pp. 209-218. Antonio
Maria Colini
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Storia
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MemPontAc
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Rezension von C. Häuber 2014, Comptes
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2016, Nouvelle Série, Fasc. 2 (2016), pp. 479-483. Online
unter <https://www.cairn.info/revue-archeologique-2016-2-page-423.htm> (online: 23.12.2019). Ruth
Christine Häuber 1990,
"Zur Topographie der Horti Maecenatis und der Horti Lamiani auf
dem Esquilin in Rom, mit vier Karten von Helga Stöcker", KölnJb
23 (1990), S. 11-107. Chrystina
Häuber
1998,
"Der Aufbruch der Göttin Kybele in Pessinus? Zu einem römischen
Marmorrelief im Pergamonmuseum Berlin", in: R. Rolle, K. Schmidt
in Zusammenarbeit mit R.F. Docter (Hrsg.), Archäologische
Studien in Kontaktzonen der antiken Welt [Festschrift für Hans Georg
Niemeyer]
(Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1998), S. 677-688, Abb. 1;
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https://FORTVNA-research.org/texte/Kybele_Pessinus.html
. Chrystina
Häuber 2005,
"Das Archäologische Informationssystem >AIS ROMA<:
Esquilin, Caelius,
Capitolium,
Velabrum,
Porta
Triumphalis",
BullCom
106 (2005), S. 9-59; online unter:
https://FORTVNA-research.org/texte/HAEUBER_2005.html
Chrystina
Häuber
2014,
The
Eastern Part of the Mons Oppius in Rome: the Sanctuary of Isis
et Serapis
in Regio
III,
the Temples of Minerva
Medica,
Fortuna Virgo and Dea Syria, and the Horti
of Maecenas,
22. Suppl. BullCom,
Roma: <<L'ERMA>> di Bretschneider, 2014. Die Bibliography
dieses Bandes haben wir open access publiziert; siehe:
https://FORTVNA-research.org/texte/HAEUBER_2014_Bibliography.html
Chrystina
Häuber, in Druckvorbereitung,
Die
Laokoongruppe im Vatikan - drei Männer und zwei Schlangen: `Ich weiß
gar nicht, warum die sich so aufregen´ (Wolfgang Böhme) - die
Bestätigung von F. Magis Restaurierung der Gruppe und der
Behauptungen, sie sei für die Horti
des Maecenas, später Domus
Titi,
geschaffen, und dort entdeckt worden,
F.X. SCHÜTZ, C. HÄUBER (Hrsg.), FORTVNA PAPERS, Vol. IV (München:
Hochschule München, in Druckvorbereitung). Online unter:
https://FORTVNA-research.org/FORTVNA/FP4.html
. Bei den
folgenden Texten handelt es sich um Previews einzelner Kapitel dieses
Buches: Chrystina
Häuber 2025a,
in: FORTVNA PAPERS, Vol. IV, Kapitel "Die Horti
des Maecenas auf dem Esquilin in Rom. Meine Forschungen seit dem 23.
März 1981: Irrtümer, lustige Geschichten und Erfolge" [im
gedruckten Buch wird dieser Text dem Kapitel IV.2.6. vorangestellt].
Online unter:
https://FORTVNA-research.org/FORTVNA/FP4/Horti_Maecenas_Livia_Field-Brancaccio.html
Chrystina
Häuber 2025b,
in: FORTVNA PAPERS, Vol. IV, Kapitel "III.4. Das antike Gebäude
innerhalb der Vigna des Felice de Fredis (meine Katalognummer der
antiken Strukturen in den
Horti
des Maecenas 54 I.), in dem Felice de Fredis, nach Ansicht von R.
Volpe und A. Parisi (2010b), gefolgt von J. Bartz und S. Mulattieri
(2017), sowie von G. Spinola (2024), im Jahre 1506 die Laokoongruppe
entdeckt haben soll"; online
unter:
https://FORTVNA-research.org/FORTVNA/FP4/Laokoon_III-4_III-5.html
. Chrystina
Häuber 2026a,
hierbei handelt es sich um die überarbeitete und erweiterte Fassung
von Häuber 1998; online unter:
https://FORTVNA-research.org/texte/Pessinus_Kybele.html
. Chrystina
Häuber 2026b,
hierbei handelt es sich um das Manuskript mit dem Titel "Mater
Magna (Quellen zum Relief Sk 955 im Pergamonmuseum)", vom 17.
September 1998; online unter:
https://FORTVNA-research.org/texte/Mater_Magna_Kybele.html
Chrystina
Häuber 2026c
- hierbei handelt es sich um das Manuskript mit dem Titel "Update"
der beiden Texte Häuber 2026a und Häuber 2026b, vom
24.6.2026;
online unter:
https://FORTVNA-research.org/texte/Pessinus_Rom_Kybele.html
Chrystina
Häuber 2026d,
"Die Rekonstruktion der Servianischen Stadtmauer auf dem Oppius
und auf dem Caelius", S. 251-289; online unter:
https://FORTVNA-research.org/texte/Servianische_Stadtmauer_Oppius_Caelius.html
Hierbei
handelt es sich um das überarbeitete Kapitel Häuber (2014, S.
251-289, "Appendix I The reconstruction of the Servian city Wall
on the Oppian and Caelian"). Chrystina
Häuber, Franz Xaver Schütz 2004,
Einführung
in Archäologische Informationssysteme (AIS). Ein Methodenspektrum
für Schule, Studium und Beruf mit Beispielen auf CD
(Mainz am Rhein: Verlag Philipp von Zabern, 2004). Chrystina
Häuber, Franz Xaver Schütz 2006,
"Das Archäologische Informationssystem AIS ROMA: Antike Straßen
und Gebäude aus Nollis Romkarte im modernen Stadtgrundriß",
in: L. Haselberger, John Humphrey, Imaging
ancient Rome, Documentation - Visualization - Imagination,
Proceedings of the Third Williams Symposium on Classical
Architecture, held at the American Academy in Rome, the British
School at Rome, and the Deutsches Archäologisches Institut, Rome, on
May 20-23, 2004,
61. Suppl. JRA
2006, S. 253-269. Chrystina
Häuber, Franz Xaver Schütz 2010,
"The Sanctuary Isis
et Serapis
in Regio
III
in Rome: Preliminary Reconstruction and Visualization of the ancient
Landscape using 3/4D-GIS-Technology", in: M. dalla Riva und H.
di Giuseppe (a cura di), Meetings
between Cultures in the Ancient Mediterranean. Proceedings of the
17th International Congress of Classical Archaeology, Rome 22-26
Sept. 2008,
Bollettino di Archeologia on line
I 2010/ Volume speciale D / D3/ 7, pp. 82-94.
www.archeologia.beniculturali.it/pages/pubblicazioni.html. Online
unter:
https://fortvna-research.org/texte/SCHUETZ_HAEUBER_2010.html
. Chrystina
Häuber, Franz Xaver Schütz, Gordon M. Winder (eds.) 2014,
Reconstruction
and the Historic City: Roma and Abroad: an interdisciplinary
approach,
Beiträge
zur Witschaftsgeographie München,
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online
at:
https://FORTVNA-research.org/texte/BWM_2014_Band6.pdf
. Christian
Huelsen [Hülsen] 1927,
Le
Chiese di Roma nel Medio Evo. Cataloghi ed appunti
(Firenze: Olschki 1927). Rodolfo
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(FUR,
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Roma 1988. Rodolfo
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(Roma: Fratelli Palombi Editori 1998). Filippo
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MemPontAcc
3. Ser. 9,1 (1960). Eric
M. Moormann 2015,
Rezension von C. Häuber 2014, BABESCH
90 (2015), pp. 260-263. Paola
Palazzo, Carlo Pavolini (a cura di) 2013,
Gli
dei propizi. La Basilica Hilariana nel contesto dello scavo dell'
Ospedale Militare Celio (1987-2000),
Roma: Quasar 2013. Carlo
Pavolini (a cura di), 1993,
Caput
Africae
I. Indagini
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